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Aber Schalen sind dr

mit der Najaden Spiegelbilder, die sie nicht mehr baden, wie ertrunken liegen, sehr verzerrt, die Alleen sind durch Balustraden in der Ferne wie versperrt. Wohl Monden, Jahre sind […] Mehr lesen

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Der Wind sprach zuerst,

Der Pfad begann im Nebel. Nicht aus einer Richtung, sondern aus einem Gefühl heraus. Draußen bewegte sich das Wetter, drinnen etwas Tieferes. Zwischen Bäumen, deren Wurzeln […] Mehr lesen

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Der geheimnisvoll

Willkommen an der Dresdner Weichbildgrenze, einem Ort, an dem die Zeit in den Fugen der Geschichte gefangen ist. Inmitten des modernen Pulses der Stadt Dresden verbirgt sich ein […] Mehr lesen

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Die Geheimnisse der Lagune und einer Nacht am Golf von Neapel.

Die Nacht am Golf beginnt mit einem Plan.

Ich erinnere mich an die Nacht, in der ich den Golf von Neapel zum ersten Mal sah. Es war nicht so, dass ich ihn bewusst ausgesucht hatte. Eigentlich wollte ich nur weg. Weg von Excel-Tabellen, die sich selbst reproduzierten, und endlosen Meetings, die in der Dunkelheit der Sinnlosigkeit verschwanden. Ich hatte mir vorgestellt, eine Art spirituelle Leere zu füllen, aber ich landete stattdessen am Fuße eines versunkenen Gedankens, unbewegt und uralt. Über ihm spannte sich ein Himmel aus flüssigem Samt, durchstochen von Sternen, die nicht funkelten, sondern wachten. Ich hatte Fragen im Gepäck, aber keine, die irgendjemand beantworten konnte, nicht einmal ich selbst. Die Welt hatte sich verhärtet, und ich suchte etwas Weiches, etwas, das sich formen ließ, wie ein Gedanke, der zur Geschichte werden wollte. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Geschichte schreiben oder ob sie mich schreiben würde. Meine bisherigen Versuche, das Leben in Worte zu fassen, endeten meist in schlecht formulierten E-Mails. Doch hier, in dieser Stille, spürte ich eine Chance.

Der Golf von Neapel trägt seine Geschichten im Schweigen.

Der Golf von Neapel lag unter mir, als ich die Stufen hinabstieg, langsam, Schritt für Schritt, nicht aus Ehrfurcht, sondern weil meine Knie nach einem halben Kilometer Anreise plagten. Die Luft schmeckte nach Salz, Eisen und Geschichten. Meine Schuhe berührten kaum den Boden, so alt waren die Steine, glattgelaufen von Jahrhunderten, und wahrscheinlich von den Hufen römischer Esel, die deutlich mehr Stil hatten als ich. Cap Misen ragte in den Morgen, wie ein Gedanke, den man nicht loswird. Unten bellte ein Hund, kurz, ein scharfer Laut in der Stille, dann war alles wieder ruhig. Ich blieb an einem Geländer stehen, das mit rostigen Nägeln am Stein verankert war. Es war nicht rostig, es war patiniert, wie es nur in Italien möglich ist. Vor mir das Wasser, gesprenkelt mit Licht, in dem Fischerboote wie lose Satzzeichen trieben. Eine poetische Beschreibung, die ich mir sofort notierte, um sie später in einer E-Mail zu verwenden, die ich nie abschicken würde. Es roch nach Tang, nach Kaffee, der durch ein offenes Fenster drang, nach einem Tag, der noch nicht begonnen hatte, aber längst wartete. Ich atmete ein. Nicht tief, sondern erwartend, und war mir sicher, dass ich hier nicht umsonst hergekommen war.

Die Farben von Burano flüstern vom Garten der Zeit.

Burano war der Garten, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn gesucht hatte. Die Farben der Häuser wirkten nicht gemalt, sondern schrien in einer Weise, die man in Nordeuropa für eine unhöfliche Form der Fassadengestaltung halten würde. Ich ging durch Gassen, die wie verwundene Gedanken verliefen, und hörte dabei meine Schritte im Wasser widerhallen. Der Duft von Seife und Kaffee, von nassem Holz und warmer Steinwand begleitete mich. An einem Balkon spannte eine Frau weiße Laken auf, sie flatterten im Wind wie Fahnen eines unsichtbaren Festes. Sie sah mich an, und in ihrem Blick lag nicht die Freundlichkeit, die man in einem Reiseführer verspricht, sondern ein kurzes, misstrauisches Wissen, als hätte sie mich erkannt, bevor ich sie sah. Ich war mir sicher, sie dachte, ich würde ihre Laken stehlen oder ihre Fassade mit einer noch unhöflicheren Farbe bemalen. Ein Kind lachte in der Ferne, ein Boot schob sich langsam durch die Gasse, und ich fragte mich, ob diese Stadt wirklich aus Bauwerken bestand oder aus Erinnerungen. Ich spürte, dass hier etwas begraben lag, etwas, das mehr war als ein architektonisches Wunder.

Die Lagune bewahrt das Wissen von Karthago in ihrem Schweigen.

Die Lagune sprach zu mir von Karthago. Nicht in Worten, sondern durch Schatten, durch das sanfte Streichen von Wellen gegen Holz und Stein. Zwischen zwei Brücken lag eine hölzerne Truhe, halb versunken, von Algen umarmt, grünlich schimmernd, wie etwas, das nicht entdeckt werden wollte. Ich beugte mich hinab, aber ich öffnete sie nicht. Ich wusste, dass manche Dinge nur Kraft haben, solange sie verborgen bleiben. Ein alter Mann, dem ich später begegnete, sprach bei einem Glas dunklen Weins von Piraten, von Vandalen, von einer Frau mit einem Dolch aus Gold. Er erzählte, als wäre er selbst dort gewesen, und ich dachte, vielleicht war er das auch. Ich stellte keine Fragen, denn seine Geschichten waren wie der Wein selbst – tief, dunkel, ein wenig bitter, und ich war nicht sicher, ob ich mich am nächsten Morgen an alles erinnern würde. In jener Nacht hörte ich in der Ferne ein Lied, das mich an etwas erinnerte, das ich nie erlebt hatte, und ich fragte mich, ob der alte Mann Recht hatte. Ich fragte mich, ob die Truhe etwas damit zu tun hatte, ob die Geschichten von Piraten und Dolchen nicht nur Geschichten waren, sondern Hinweise.

Die Seelen der Helden singen im Duft des Rosmarins.

Nachts kamen die Stimmen. Leise, fast zu leise, um sie zu verstehen, aber laut genug, um nicht zu schlafen. Ich hatte mein Lager in einem Innenhof aufgeschlagen, ein alter Platz mit rissigem Pflaster und einem Brunnen, der nur noch das Echo von Wasser kannte. Aus einem der Fenster wehte der Duft von Rosmarin, Holzrauch und nassem Stein. Jemand sang. Es war keine Melodie, die ich kannte, aber sie klang, als hätte sie mich schon einmal begleitet. Im Traum begegnete ich den Töchtern der Helden. Ihre Haare glänzten wie Salz im Mondlicht, und sie flochten mir einen Kranz aus Sternenstaub. Sie flüsterten ein Wort, das mir entglitt, kaum dass ich erwachte. Doch der Kranz lag auf meinem Kopf, als ich die Augen öffnete. Es fühlte sich an wie ein leichter Druck, kein sichtbares Gewicht. Der Hof war still, aber in mir war etwas wach geworden, etwas, das mit dem Kranz und den Stimmen der Frauen zusammenhing.

Ischia spricht mit Wind und Steinen von vergessenen Geschichten.

Ischia empfing mich mit Wind, der aus allen Himmelsrichtungen zu kommen schien. Er riss an meinem Mantel, spielte mit meinem Haar, drang in meine Gedanken wie ein Kind, das Geschichten hören will. Die Wege waren schmal, gepflastert mit Lavastein, glatt und schwarz, und führten zwischen Mauern, die mit Flechten und Geschichte überzogen waren. Der Geruch war anders hier, nach Fenchel, Rauch, nach offenen Küchen und nassem Basalt. Ich setzte mich auf einen Felsen, der in die Tiefe über dem Meer ragte. Unter mir die Gischt, über mir das Blau. Ich dachte an Eros. Nicht als Gott, sondern als Gefühl, das aus der Landschaft selbst zu kommen schien. Eine Möwe kreischte. Ich verstand sie nicht, aber sie verstand mich. Ischia schien ein Ort zu sein, an dem die Geschichten der Vergangenheit in den Felsen gemeißelt waren und der Wind ihre Geheimnisse flüsterte. Ich spürte, dass der Felsen, auf dem ich saß, eine Rolle spielte, dass er ein Teil des Puzzles war.

Die verlorene Karte von Procida und der erste Schritt.

Ich konnte das Wort, das mir die Töchter der Helden im Traum geflüstert hatten, nicht vergessen. Es war ein Name: Procida. Eine kleine Insel, kaum mehr als ein Punkt auf der Karte, aber in meinem Kopf wuchs sie zu einem Labyrinth aus Geheimnissen. Ich nahm die Fähre, das Meer war unruhig, die Wellen schienen mehr zu wissen als ich. In einem kleinen Laden, der nach Leder und altem Papier roch, fand ich eine alte Karte von Procida. Es war eine Seekarte, die nicht nur die Küstenlinie, sondern auch Symbole zeigte, die mir nichts sagten. Eines der Symbole glich einem Dolch aus Gold. Ich kaufte die Karte, mein Herz pochte vor Aufregung. Ich war kein Abenteurer, ich war ein Mann, der in Meetings saß, aber diese Karte war der erste, greifbare Hinweis auf das Mysterium, das mich umgab. Ich fühlte mich wie ein Detektiv, der in einem falschen Film gelandet war.

Der Schatten in der Gasse und ein Fremder.

Ich war auf der Suche nach dem Ort, den die Karte beschrieb, als ich das Gefühl hatte, dass ich nicht allein war. Ein Schatten folgte mir durch die engen Gassen von Procida. Ich sah ihn, als ich mich umdrehte, ein Mann in einem Mantel, der in der Dunkelheit verschwand. Ich dachte, ich würde paranoid werden, aber ich wusste, dass ich Recht hatte. Ich rannte in eine Gasse, die nach Fisch und nassem Stein roch, und versteckte mich hinter einer Mülltonne. Ich sah ihn vorbeigehen, sein Gesicht war hart, seine Augen waren kalt. Er war kein Tourist, er war auf der Suche nach etwas, und ich war mir sicher, dass er mich gefunden hatte. Ich hatte die Karte, er wollte sie haben.

Der Golf erzählt von allem, was nicht gesagt wurde.

Ich kehrte zum Golf zurück, aber er war nicht mehr derselbe. Oder ich war es nicht. Der Himmel war klar, aber das Licht hatte sich verändert. Der Wind sprach in ganzen Sätzen, die ich nur noch halb verstand, und die Brandung schien keine Wellen mehr zu tragen, sondern Erinnerungen. Ich saß in einem kleinen Café, dessen Fenster zur See zeigten, und schrieb auf eine Serviette: „Die Lagune hat mir nichts geschenkt, aber alles gezeigt.“ Die Kellnerin nahm sie, las den Satz, sah mich an. Ihr Blick blieb ruhig, wissend, als hätte sie schon viele wie mich gesehen. Vielleicht hatte sie selbst einmal geschrieben, oder gelesen, oder gewartet. In jenem Moment wusste ich, dass ich die Lagune nicht gefunden hatte – sie hatte mich erinnert. Ich war mir sicher, dass die Frau auf dem Balkon und der alte Mann Teil des Puzzles waren.

Ein Stein im Bau aus Licht erinnert sich an das Ganze.

Ich verliere nichts. Ich lasse zurück. In den Gassen von Burano, im Hof von Neapel, auf dem Stein von Ischia. Die Welt ist ein Bau aus Licht und Salz, und ich bin nur ein Stein darin. Nicht der größte, nicht der glänzendste. Nur einer, der sich erinnert. Einer, der weiterzieht, aber Spuren hinterlässt. Nicht um gefunden zu werden, sondern damit jemand anders sie sieht und weitergeht. Ich war auf einer Reise, die ich nie geplant hatte, und ich habe nicht nach Antworten gesucht, sondern nach etwas, das mich wieder fragen ließ. Die Fragen sind jetzt da, und ich habe die Karte, die mich zu den Antworten führen wird. Die Reise ist noch nicht zu Ende.


Mit sandigen Schuhen und einem Notizbuch voller Fragen
Ihr wandernder Beobachter alter Lagunen und leiser Legenden

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*Der geneigte Leser, sofern er nicht von der eigenen Sehnsucht entführt wurde, mag sich fragen, ob es wirklich Wind war, der an der Tür rüttelte, oder nur eine Erinnerung, die endlich herein wollte. Vielleicht war alles erfunden? Vielleicht war alles erlebt? In Zeiten, in denen Algorithmen entscheiden, wohin wir blicken, bleibt ein Satz auf einer fleckigen Serviette ein kleiner Akt des Widerstands. Wer zwischen den Wellen liest, wird merken, auch Steine können erzählen, wenn man ihnen zuhört.

Quellenangaben:
Inspiriert von einem zerfledderten Stadtplan aus Papier, einem halbvollen Weinglas und einer Bootsfahrt nach Burano.
Italien.de Insel Ischia, Geschichte, Kultur und Natur
Süddeutsche Zeitung die versinkende Lagune, Venedigs stille Wandlung
Wikipedia Golf von Neapel, Geografie, Geschichte und Mythen
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884

Zauber von Burano, die Lagune verflacht sich schon, und es legt sich der Wind; um das leuchtende hohe Venedig, wie es den Wassern entsteigt, ausbreitet sich Abendgewölk schon ostwärts fuhren sie heut mit dem Fahrzeug gegen Altino 03492

Burano die bevölkerte Seestadt wo in den Schutt hinsank der Schatz ehmals, häufig erbeuten sie dort Goldmünzen und prächtige Steine 03497

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