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Nachtigall

Komm, Nachtigall, schwing dich hernieder
Zum Garten im blühenden Hag,
Komm, liebliche Sängerin, wieder,
Sing deine melodischen Lieder
Hinüber dem scheidenden Tag.

Noch schweigst du, was willst du verschweigen?
Die Fülle so sehnlicher Qual?
So lange nicht willst du dich zeigen,
So lang nicht in blühenden Zweigen
Das Mondlicht leuchtet im Tal.

Von heiligen Strahlen umfangen,
In glühenden Wonnen erwacht,
Lobsingst du mit süßem Erbangen
Das schüchterne Liebesverlangen,
Du himmlische Stimme der Nacht.

Quelle:
Jahreszeiten
Ausgewählte Gedichte - - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

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Menagerie seltener Thiere in einem wunderbaren Treibhaus.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Es war allerdings Ursache vorhanden, einen Jäger in Aufregung zu bringen. Dick klopfte das Herz in der Brust, und seine Finger legten sich fester um den Kolben seines Purdey. Die Fauna dieses Landes kam der Flora gleich. Der wilde Ochse wälzte sich in einem so dichten Grase, daß er fast darunter verschwand; graue, schwarze und gelbliche Elephanten von riesenhaftem Wuchse schritten wie ein Windbruch durch die Wälder, verheerend, niederbrechend, umstürzend und ihren Weg durch Verwüstung bezeichnend. Auf dem mit Holz bestandenen Abhang der Hügel sickerten Cascaden und Wasserrinnen, die ihren Weg gen Norden nahmen; dort badeten sich Nilpferde mit lautem Plätschern, und Seekühe von zwölf Fuß Länge und fischartigem Körper streckten sich an den Ufern aus, indem sie ihre runden milchgeschwellten Euter nach oben kehrten. Sein Witz und Humor verstiegen sich nur bis zur Lust an der Mystifikation. Im übrigen aber war er unfähig, zu dem Ruhme seines Hauses auch nur ein Kleinstes hinzuzufügen; er fühlte sich nur als Verwalter dieses Ruhmes, ein Gefühl freilich, das ihm unter Umständen Bedeutung und selbst Würde lieh. Wo er für sich und seine eigenste Person eintrat, in den privaten Verhältnissen des alltäglichen Lebens, war er eine wenig erfreuliche Erscheinung: kleinlich, geizig, unschön in fast jeder Beziehung. Von dem Augenblick an aber, wo die Dinge einen Charakter annahmen, daß er seine Person von dem Namen Zieten nicht mehr trennen konnte, wurde er auf kurz oder lang ein wirklicher Zieten. Er war nicht adlig, aber gelegentlich aristokratisch. Dies Aristokratische, wenn geglüht in leidenschaftlicher Erregung, konnte momentan zu wahrem Adel werden, aber solche Momente weist sein Leben in nur spärlicher Anzahl auf. Sein bestes war die Liebe und Verehrung, mit der er ein halbes Jahrhundert lang die Schleppe seines Vaters trug. In diesem Dienste verstieg sich sein Herz bis zum Poetischen in Gefühl und Ausdruck, wofür nur ein Beispiel hier sprechen mag. […]

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Welschland.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Wenn die Sonne lieblich schiene Wie in Welschland lau und blau, Ging' ich mit der Mandoline Durch die überglänzte Au. Quelle: Joseph Freiherr von Eichendorff. Gedichte 1841 www.zeno.org Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Glocken, Und der Stunden gedenk rufet ein Wächter die Zahl.Jetzt auch kommet ein Wehn und regt die Gipfel des Hains auf, Sieh! Der Zeiten Grab bist du ewiges Rom, Des Zeitstromes Bild, o du Tiber! Lande, als ein Sturm sich erhebt und die Kiele versenkt. Grabes bestellt hat, bis die Engel ihre Seelen hinführen. Er begibt sich auf den Markt, wo man den grauen Rock feil bietet. Langsam, Ruck um Ruck fällt das Riesentier auf den Boden. Losgelst von allem auer Dir, stütze ich mich auf Dich. Da blickte sie auf, und mit Staunen Gewahrt ich ein reizend Gesicht. Ich bin ein Fremdling; ziehe mich hin zum Quell Deiner Gaben. Da tut unser Herr um des jungen Königs willen ein großes Zeichen. O Tal der Liebe, stets will ich dein gedenken! Ueber die Erde wohl über das Meer, Trägt mich der stralende Fittig daher! und das Schattenbild unserer Erde, der Mond Kommet geheim nun auch; die Schwärmerische, die Nacht kommt,Voll mit Sternen und wohl wenig bekümmert um uns, Glänzt die Erstaunende dort, die Fremdlingin unter den MenschenÜber Gebirgeshöhn traurig und prächtig herauf. Flockge Wolkenflöre spinnen Still sich um den Abendstern, Und nach weichem Kuß zerrinnen Die vom Wind gewiegten fern. Der Orangenblüten Düfte Schweben gaukelnd um den Baum, Schwingen jäh sich in die Lüfte Und verflattern gleich dem Traum. Aus der Urne strömt die Quelle, Stürzt und schäumt von Stein zu Stein, Bis im Becken sich die Welle Zitternd lullt im Schlummer ein. Leises Flüstern, holdes Kosen, Glühnde Bitte, mattes Nein, Lispeln seufzend aus den Rosen Nur der Fremdling steht allein. Ringsum Rausch, nur er ist nüchtern, Ringsum Glut, nur er von Eis Und da flüchtet er sich schüchtern Aus unheimlich frohem Kreis. Pinienwälder, Springquells Rauschen, Sterne, blühnde Myrtenwand Alles möchte er gern vertauschen Gegen blöden Druck der Hand. Über öde Flugsandhügel, Wo der Wind die Wolfsmilch weht, Und der Mühle träger Flügel Sich im Schwunge klappernd dreht, Wo die Kiefernadeln fallen, In dem weichen, knarrnden Sand, Möchte gern der Ärmste wallen Ach! […]

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Das Lied ist aus.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Der andre sprach: Das Lied ist aus, Auch ich möcht mit dir sterben, Doch hab ich Weib und Kind zu Haus, Die ohne mich verderben. Was schert mich Weib, was schert mich Kind, Ich trage weit beßres Verlangen; Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind – Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen! Gewähr mir, Bruder, eine Bitt': Wenn ich jetzt sterben werde, So nimm meine Leiche nach Frankreich mit, Begrab mich in Frankreichs Erde. Dein ist die Macht zu gebieten, was immer Du willst. Die Sache ließ sich zunächst auch immer ganz gut an. Schnell im Süden kommt die Nacht,Flüchtig ist die Macht Pästum. Das Land, das Land so hoffnunggrün, Das Land, wo meine Rosen blühn? Orendel will nur solche Gefährten, die freiwillig mit ihm ziehen. Mit solchen Augen, wer klagte da:Chi bella non è, fortuna non ha! Orendel ist der Sohn des mächtigen Königs Eigel zu Trier an der Mosel. Grell fallt neues Licht herab und blendet, es zersticht die Augen. Sie fahren die Mosel hinab nach Koblenz, dann auf dem Rhein in das Meer. Heut noch heiter wie beim ScheidenLachst du deiner Sonne zu. Nun fassen die Eingeborenen auch den Mut, auf sein Schiff zu kommen. In demselben soll er fünfzehn Kämpfe gegen die Heiden fechten. Du weilst, du webstAm Brunnen, im Eppich der Schwelle! Ihr Grotten wo Vorzeit Stimme säuselt In klarer Nacht! Wo sich am Fels die Purpurwoge kräuselt In wilder Pracht! Als aber Orendel ihn zu sich genommen, erscheint er nagelneu. Ich bin krank; besprenge mich mit den heilenden Wassern Deiner Gnade. Eine Zähe warme Wand hält seinen Körper zitternd umfangen. dort schlich er Hand in Hand. Eine Vorstellung kann man sich nach Wilson von diesem Gesange machen, wenn man auf einem Pianoforte rasch nach einander verschiedene Töne, hohe und tiefe durcheinander, ohne eigentliche Regel anschlägt. Die Töne sind reich an Wechsel, werden aber mit großer Schnelligkeit und anscheinender Verwirrung ausgestoßen und so eifrig fortgesetzt, daß man zuweilen den Gesang von einem halben Dutzend zu vernehmen glaubt, während doch nur ein einziger singt. […]

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