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Engelskind

Es sank ein Tag zur Ruhe nieder,
Ein Tag, der uns gar hold gelacht,
Wir fanden uns so innig wieder,
Wie stets ich mir das höchste Glück gedacht;
Nun schließe dir die Augenlider
Ein süßer Schlaf - mein Engelskind, gut' Nacht!

Sanft mögen dich hinüberziehen
Ins Reich des Traums mit ihrer Macht
Beethoven's große Melodieen,
Und alles, was uns Leid und Schmerz gebracht,
Vergessen ist's, versöhnt, verziehen -
Schlaf' wohl! schlaf' wohl! Mein Engelskind, gut' Nacht!

Quelle:
Erste Liebe
Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Morgenroth flammt am Zauberhain.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Denn mich umfing der Zauberten der Mythen, und königlich sah ich den Magus thronen, und Flammen sah ich, die den Thron umsprühten. Da sucht' ich in den Schattenregionen des Hains Vergangenheit der Sage Quelle, und bei der Vorzeit Geistern durft' ich wohnen. Mir ward die dunkle Quellenklage helle, und in die Zauberkreise trat ich wagend; so ward vollbracht, was ich zu Tage stelle. Magie und Zauberei sind noch weit verbreitet. Man kann gravierende Unterschiede zwischen der Hochmagie und den Hexenkulten feststellen, jedoch gibt es auch fundamentale Gemeinsamkeiten, die fast jeder Form zeitgenössischer Magie zugrunde liegen. Praktiken der Magie sind zumeist darauf ausgerichtet, einen heiligen Raum oder eine heilige Sphäre zu erschaffen, die sich von der normalen Welt abheben. Zu diesem Zweck wird eine spezielle Sprache verwendet, die auch als Quelle andersweltlicher Macht gilt. In der Verwendung einer speziellen Sprache wird versucht, einen veränderten Bewusstseinszustand zu erlangen und die Anderswelt zu betreten, in der eine Kommunikation und das "Channeln" der mystischen und magischen Kräfte stattfinden soll. Die magische Sprache wird dabei mit diesen Kräften assoziiert und Magie kann gedeutet werden als sprachliches System, um magische und mystische Kräfte zu erklären, zu erlangen und zu verwenden. Gott erhörte das Seufzen u. In drei Stunden war alles getan. Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Wo Feuer ist, da ist auch Wind; der erhub sich sehr stark u. trieb von der Kirche übers Schloß. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Weisheiten aus aller Welt in bunter Reihenfolge während des Sommers vom Mellumrat eingesetzt, um das bedeutende Seevogelbrutgebiet zu schützen und die Vogelwelt beobachten. Geführte Wattwanderungen starten regelmäßig von Schillig aus zum Minsener Oog. Weite Teile des Schienennetzes sind inzwischen nicht mehr befahrbar. Heute wird die Baracke nur noch gelegentlich von dort eingesetzten Bautrupps und vom Vogelwart bewohnt. Die Lorenbahn verband früher die Süd- mit der Nordseite der Insel. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch eine ständige Inselbesatzung: Jeweils zwei Buhnenwärter waren dort zum einsamen Schichtdienst mit Überwachungsaufgaben betraut. […]

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Geschieden.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Zwei einsame Menschen Sie irren durchs Leben, Sie irren und suchen und suchen und streben. Zwei einsame Menschen Sie treffen zusammen, in einander fluten Ihre Seelen und Flammen. Doch Sie müssen sich trennen und weiter sie schreiten, die Ketten klirren zwei einsame Menschen Sie suchen und irren. Gegen Abend rettete ich mich endlich aus dieser alten, ehrwürdigen, gelehrten Stadt, aus der Volksmenge, die in den gewölbten Lauben, welche man fast durch alle Straßen verbreitet sieht, geschützt vor Sonne und Witterung, hin und her wandeln, gaffen, kaufen und ihre Geschäfte treiben kann. Gegen Westen ein unbegrenzter Horizont, aus dem nur die Türme von Modena herausragen. Es war ein ganz reiner Himmel, kein Wölkchen, nur am Horizont eine Art Höherauch. Der Mann ließ mich auch die gesunde Lage und Luft der Stadt daran bemerken, daß ihre Dächer wie neu aussähen und kein Ziegel durch Feuchtigkeit und Moos angegriffen sei. Man muß gestehen, die Dächer sind alle rein und schön, aber die Güte der Ziegeln mag auch etwas dazu beitragen, wenigstens in alten Zeiten hat man solche in diesen Gegenden kostbar gebrannt. Sonst habe er durch das Sehrohr die Berge von Vicenza mit ihren Häusern und Kapellen gar wohl entdecken können, jetzt bei den hellsten Tagen nur selten. Gegen Süden die Vorhügel der Apenninen, bis an ihre Gipfel bepflanzt, bewachsen, mit Kirchen, Palästen, Gartenhäusern besetzt, wie die vicentinischen Hügel. Ich bestieg den Turm und ergötzte mich an der freien Luft. Gegen Osten eine gleiche Ebene, bis ans adriatische Meer, welches man bei Sonnenaufgang gewahr wird. Im Norden sieht man die paduanischen Berge, sodann die Schweizer, Tiroler, Friauler Alpen, genug, die ganze nördliche Kette, diesmal im Nebel. Der Türmer versicherte, daß nunmehro seit sechs Jahren dieser Nebel nicht aus der Ferne komme. Die Aussicht ist herrlich! Und dieser Nebel legt sich denn vorzüglich an die nördliche Kette und macht unser liebes Vaterland zum wahren Cimmerien. […]

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Sonette aus verworrnen Tagen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ihm ist's verliehn, aus den verworrnen Tagen, Die um die andern sich wie Kerker dichten, Zum blauen Himmel sich emporzurichten, In Freudigkeit: Hie bin ich, Herr! zu sagen. Das Leben hat zum Ritter ihn geschlagen, Er soll der Schönheit neid'sche Kerker lichten; Daß nicht sich alle götterlos vernichten, Soll er die Götter zu beschwören wagen. Als Waffe des Edelmannes und des Kavaliers zeugte es von seiner persönlichen Freiheit und Wehrhaftigkeit und gehörte noch bis zum Anfang des 19. Jh. in Europa und in vielen Kulturkreisen der Welt noch heute zur zivilen Ausstattung. Während im Antike, Mittelalter und Frühneuzeit dem Schwert zuweilen auch ein hoher materieller Wert und einzelnen auch legendärer Hintergrund (Siegfrieds Balmung, Arthurs Excalibur, Rolands Durendal) zukam, wurde die Klingenwaffe in der Neuzeit als Degen oder Säbel hauptsächlich von Offizieren und Kavalleristen geführt, von letzteren als Hauptwaffe. Das Schwert und später der Degen mit besonders geformten Schutz für die Hand (das Gefäß) besitzt immer eine gerade Kinge und ist besonders für den Stich geeignet, aber auch für den Hieb. Der Säbel hat immer eine gekrümmte Klinge und ist besonders für den Hieb gedacht, wo es durch die Krümmung beim Auftreffen schneidend wirkt. Beide Klingenformen kamen seit der Antike parallel vor, je nach Kulturkreis unterschiedlich stark vertreten. In Europa wurde seit dem Mittelalter hauptsächlich gerade Klingen geführt. Durch orientalischen und osteuropäischen Einfluß hielt der Säbel seit Mitte des 17. Jh. besonders für Reiter im Militär Einzug. Mancher Weinberg des Elbtales und der angrenzenden Gegend ist in jener Zeit entstanden und verdankt seine Entstehung der erwähnten Schrift des edlen Herrn Ernst Albert von Dehn-Rothfelser auf Helfenberg bei Schönfeld, der noch heute in der Schönfelder Kirche ruht. Damals war der Weinbau noch sehr einträglich, da die Zufuhr aus anderen Ländern schwierig und selten war. Es kam sogar soweit, daß deshalb über die Bauern des Elbtales und weit darüber hinaus auf manchem Landtage Beschwerden laut wurden. Darum legten die Bauern jener Tage fleißig Weinberge an und verwandelten nicht selten das meiste Ackerland in Weinland. Er munterte die Leute dazu auf, Wein- und Obstbau zu treiben und gab ihnen selbst auch Anleitung zur Anpflanzung des Obstbaumes und der Weinrebe. Über ihn weiß die Chronik jener Zeit nur Gutes zu berichten. […]

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Sehnsucht.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Hoch auf dem Grunde, den dein Blick gesucht, darüber hin rast laut der Zeiten Flucht, da regt sich's dumpf, und aus der Erde Schoß ringt sich der Urquell aller Sehnsucht los. Die Welt durchhallt ein Schrei nach Luft und Licht: Wann braust du, Strom, der Wall und Schranke bricht? Wann kommst du, Tag, da hell die Sonne steigt, vor deren Glanz der tiefste Schatten weicht? Ja, der Hunger wirft jeden Vorsatz für spätere vernünftige Einteilung in der besseren Zeit des Verdienstes um, indem er dem von ihm Gequälten in einer dauernden Fata Morgana die Bilder eines satten Wohllebens vorgaukelt und diesen Traum zu einer solchen Sehnsucht zu steigern versteht, daß solch ein krankhaftes Verlangen zum Ende jeder Selbstbeschränkung wird, sobald Verdienst und Lohn dies irgendwie gestatten. Daher kommt es, daß der kaum eine Arbeit Erlangende sofort auf das unvernünftigste jede Einteilung vergißt, um aus vollen Zügen in den Tag hinein zu leben. Dies führt selbst bis zur Umstoßung des kleinen Wochenhaushaltes, da sogar hier die kluge Einteilung ausbleibt; es langt anfangs noch für fünf Tage statt für sieben, später nur mehr für drei, endlich für kaum noch einen Tag, um am Schlusse in der ersten Nacht schon verjubelt zu werden. Sehnsucht nach der verlorenen Hälfte, die Sehnsucht bleibt dabei immer auf die Zukunft gerichtet. Der Seefahrer ist ein Getriebener, der Natur zwingend ausgeliefert. Doch diese ständige Lebensbedrohung wird durch ein starkes Vertrauen auf Gott ins Positive gewendet. Der Seemann ist ein Mann der Zukunft und dezidiert nicht der Vergangenheit. Die Natur stiftet nicht nur Freiheit, sondern auch Gefahr. Die Gefahr ist allgegenwärtig, wenn dank der unberechenbaren Natur in der Gestalt der schwierigen Passage am Kap Horn nur noch das Vertrauen auf Gott bleibt. Der Blick zurück würde die Konzentration auf das Kommende verringern und damit das Leben gefährden. Vor dem Bug des Schiffes lässt sich das Fernweh befriedigen; es lauern aber auch die Gefahren der Natur. Dies wird ähnlich wie in der ersten Strophe illustriert: Blaues Meer, endloser Himmel, die Weite der Welt hier ist der tüchtige Matrose in seinem Element. […]

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