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Hüte dich!

Nachtigall, hüte dich,
Singe nicht so lieblich!
Ach, dein allzuschönes Singen
Wird dich um die Freiheit bringen.
Hüte dich!

Schöne Blume, hüte dich,
Blühe nicht so glühend,
Dufte nicht so voll Entzücken!
Wer dich siehet, will dich pflücken.
Hüte dich!

Schönes Mädchen, hüte dich,
Lächle nicht so gütig!
Deine Schönheit, deine Güte -
Denk an Nachtigall und Blüte,
Hüte,
Hüte dich!

Quelle:
Vermischte Gedichte
Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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Data News

Ausfahrt - Schlitten vorm Haus.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Steig ein, kleine Maus, zwei Kätzchen davor, so gehts durchs Tor, zwei Kätzchen dahinter, so gehts durch den Winter. Hinein ins Feld, wie weiß ist die Welt. Auf einmal, o weh, kleine Maus liegt im Schnee, kleine Maus liegt im Graben, wer will sie haben? Schlitten vorm Haus, wo blieb kleine Maus? Die Kätzchen, miau, die wissens genau: Hat nicht still gesessen, da haben wir sie gefressen. Nun pickte der Sperling ein Fädchen nach dem andern vom Seil los, bis der Hund frei war; aber beim Gevatterschmaus versieht ers wiederum, übernimmt sich im Wein, taumelt auf dem Heimweg und bleibt auf der Straße liegen. Nun rächt sich das Vöglein. Ein hierher gehöriges altdeutsches Gedicht ist im Reinhart Fuchs S. Der Schluß hier ist aus der zweiten hessischen Sage genommen. 290 bekannt gemacht, stammt aber aus dem französischen Renart; vergl. Der Hund aber war von seinem Herrn an ein Seil gelegt worden, weil er einmal von einer Hochzeit betrunken nach Haus gekommen war. In der dritten Erzählung aus Göttingen ist weiter gar kein Eingang, es heißt blos ein Vöglein und ein Hündlein gehen zusammen und kommen auf der Landstraße an eine Fahrgleise, da kann das Hündlein nicht, wie das Vöglein, darüber, und weil gerade ein Fuhrmann mit Weinfässern daher kommt, so bittet ihn das Vöglein, dem Hündlein darüber zu helfen, aber der bekümmert sich nicht darum und fährt das arme Thier todt. Maus. Verwandt ist ein ehstnisches Thiermärchen das ebenfalls im Reinhart Fuchs Maus mitgetheilt wird. Nun kommt der Fuhrmann, verspottet die Drohung des Sperlings und fährt den Hund todt. Eine Hirschkuh war mit einem jungen Hirsch ins Kindbett gekommen und bat den Fuchs Gevatter zu stehen; der Fuchs lud noch den Sperling dazu ein und dieser wollte noch den Haushund, seinen besondern lieben Freund dazu einladen. Dieser ward darüber im Anfange so bestürzt, als wenn er dergleichen vorher niemals gehört, und bildete sich ein, ich wäre ein schwedischer Spion. Denn ohne Paß wäre es mir unmöglich gewesen, eine solche Reise, wie ich nun vornahm, durch Deutschland anzustellen, wo man wohl zehnmal des Tages von einem rauhen Soldaten diese Worte: wer da? zurück! wohin? hören muß. […]

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Der Maler 1.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Aus Wolken, eh im nächt'gen Land Erwacht die Kreaturen, Langt Gottes Hand, Zieht durch die stillen Fluren Gewaltig die Konturen, Strom, Wald und Felsenwand. Wach auf, wach auf! die Lerche ruft, Aurora taucht die Strahlen Verträumt in Duft, Beginnt auf Berg und Talen Ringsum ein himmlisch Malen In Meer und Land und Luft. Durch die offenen Fenster kam von Zeit zu Zeit das ferne Dröhnen unbekannter Züge, die kurzen, regelmäßigen Donner einer meilenweiten, geschäftigen Welt und der trübe Dunst aus nachbarlichen Häusern, Misthaufen und offenen Kanälen. Dann war er zu Hause bei Menuchim. Dazwischen lag der Ozean, dachte Mendel. Es kam ihm vor, daß es leicht wäre, jetzt, so wie er ging und stand, das Haus zu verlassen und zu Fuß weiterzuwandern, die ganze Nacht, so lange, bis er wieder unter dem freien Himmel war und die Frösche vernahm und die Grillen und das Wimmern Menuchims. Die Flöhe sprangen aus den schwarzen Sparren zwischen den Brettern der Diele, in die Kleider, auf die Kissen, auf die Decken. Ja, und ein paar Sterne sah Mendel ebenfalls, ein paar kümmerliche Sterne, zerhackte Sternbilder. Hier in Amerika gesellte es sich zu den vielen Stimmen, in denen die Heimat sang und redete, zum Zirpen der Grillen und zum Quaken der Frösche. Mendel Singer entzündete die Kerze in der grünen Flasche neben dem Bett und ging ans Fenster. Man mußte ein Schiff besteigen, noch einmal ein Schiff, noch einmal zwanzig Tage und Nächte fahren. Mendel erinnerte sich an die hellgestirnten Nächte daheim, die tiefe Bläue des weitgespannten Himmels, die sanftgewölbte Sichel des Mondes, das finstere Rauschen der Föhren im Wald, an die Stimmen der Grillen und Frösche. Die Nächte waren heiß und schwer. Da sah er den rötlichen Widerschein der lebendigen amerikanischen Nacht, die sich irgendwo abspielte, und den regelmäßigen, silbernen Schatten eines Scheinwerfers, der verzweifelt am nächtlichen Himmel Gott zu suchen schien. Die Katzen lärmten, die herrenlosen Hunde heulten, Säuglinge schrien durch die Nacht, und über dem Kopf Mendel Singers schlurften die Schritte der Schlaflosen, dröhnte das Niesen der Erkälteten, miauten die Ermatteten in qualvollem Gähnen. Die Wanzen zogen in langen, geordneten Reihen die Wände hinunter, den Plafond entlang, warteten in blutlüsterner Tücke auf den Anbruch der Finsternis und fielen auf die Lager der Schlafenden. Es war Sommer. […]

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Deutsche Schule der zeichnenden Künste.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Obgleich an keinem Orte Deutschlands eine so beträchtliche Anzahl Mahler sich nach einem einzigen Meister gebildet, daß sie im eigentlichen Verstande den Namen einer Schule verdienten, und obgleich überhaupt die grossen deutschen Mahler keinen ihnen eigenthümlich zukommenden Charakter haben, so pflegen doch einige Ausländer die ganze Zunft der deutschen Mahler, die deutsche Schule zu nennen. Die hohe Geistlichkeit suchte die Kirchen und Capellen auf das beste auszuschmücken. Erfreut konnte man feststellen, daß man dank breiter Unterstützung von Sponsoren und großen Eigenleistungen die Saison nicht nur mit zufriedenen Zuschauern, sondern auch mit einem positiven finanziellen Ergebnis abgeschlossen hat. Erste Besetzungsideen wurden ebenfalls bereits ausgetauscht. Als Spielzeit legte man sich auch in 2012 wieder auf den Juni fest. Einstimmig wurde der Vorschlag, dieses Stück von Brecht zu spielen von den anwesenden Mitgliedern verabschiedet. Wer nicht beruflich verhindert ist, spielt auch in der Saison 2012 wieder mit. Im November sollen die ersten Textlesungen beginnen. Als nächstes Stück für 2012 stand "Der kaukasische Kreidekreis" von Bertold Brecht zur Diskussion. Franz Bäck erläuterte seine Inszenierungsgedanken und hatte schon vor der Versammlung die von ihm überarbeitete Textfassung an alle Mitglieder verschickt. Auch Regisseur Franz Bäck und Bühnenbildnerin, Nina Weitzner, waren angereist. Man drückte die Hoffnung aus, daß seitens der Stadt auch das Kocherfreibad wieder als Spielort zur Verfügung steht. Die ersten neuen Ideen für die Inszenierung vor Ort mit sicherlich spannenden Überraschungen sind schon am Entstehen. Schwejk ist eine Kunstfigur, kein beemisches Original. Es gelingt ihm nicht, mit der Rolle eins zu werden. Es wird eher breit und ein wenig uninspiriert erzählt. Da laufen die Bilder ab wie gewohnt und selbst ein einfallsreicher Kameramann wie Richard Angst findet nur ein paarmal Perspektiven, die diesen Film etwas auffrischen. Warum sich zwischen Rühmann und seine Rolle eine Art Gazevorhang senkt, der den Charakter des Schwejk unscharf werden lässt, ist schwer zu erklären. Lediglich Ernst Stankovski kann als der geplagte Oberleutnant, der den Krieg am liebsten verbummeln würde und mit Frauenzimmern die Tage und Nächte verbringt, dem Film noch einen Tupfer mitgeben. […]

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