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Mond im See

Über Höhn, die dunkel liegen,
Leuchtend in sein Geisterreich
Kommt der Mond heraufgestiegen,
Einer Feuerlilie gleich.

Höher schwebend, immer blasser
Wird sein Licht im Nachtazur,
Aber unter ihm die Wasser
Strahlen umso schöner nur.

Sanft aus ewigem Gefilde
Blickt sein Glanz, Glanz, wie ein Gemüt,
Das sich selbst bezwang und milde
Nun in reinster Regung glüht.

Du verhüllst dich und ein Schatten
Dunkelt um die Wellen weit,
Die durch dich geleuchtet hatten,
Stolzer Stern der Einsamkeit.

Quelle:
Jahreszeiten
Ausgewählte Gedichte - Hermann Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Data News

Stillstand des Krieges.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Der auf sechs Monate geschlossene Stillstand wurde später bis zu Ende des Kriegs erneuert und die Steuer bis auf 8000 Thlr. vermindert. Erst zwei Jahre nach dem Westfälischen Frieden, als das Reich den Schweden die ausbedungene Baarzahlung von 5 Mill. Thlrn., wozu Kursachsen 267,000 beitragen mußte, geleistet hatte, verließen 1650 die Schweden Leipzig. Kursachsen hatte durch den Krieg 1 Mill. Menschen eingebüßt und durch Kriegssteuern, Plünderungen und Verwüstungen einen Schaden von beinahe 100 Mill. Thlrn. erlitten; in dem Westfälischen Frieden erhielt es den Besitz der Lausitzen, der Bisthümer Meißen, Merseburg und Naumburg bestätigt und Magdeburg auf Lebenszeit des Administrators August. Der Postknecht hält die Pferde an, und da gerade niemand im Postwagen sitzt, steigt er vom Bocke herunter und geht beherzt auf die ihm winkende Gestalt zu. Ein kleiner Mann in brauner Mönchskutte fordert ihn auf, ihm zu folgen, aber auf dem Wege hin und zurück kein Wort zu sprechen. Der Mönch verschwindet und stößt Klagerufe aus. Das Gewölbe bebt. Über das Erlebte schwieg er. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Der Gang endet in einem hohen und weiten Gewölbe. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Da öffnet sich plötzlich der Berg. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Hier sind Goldstücke und Edelsteine in riesengroßen Braupfannen aufbewahrt. Das tut dieser auch und füllet mit Goldstücken und Edelsteinen seine Taschen. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Dann springt er aber vor freudiger Erregung auf das graubärtige Männlein zu, erfaßt dessen eiskalte Hand und ruft überglücklich aus: Ich danke Euch! Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. […]

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Berg und Tal.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Stille deckt die düstre Erde, Alles ruht auf Berg und Tal, Zu den Hürden eilt die Herde, Abgemattet ziehn die Pferde In den langentbehrten Stall. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. Der Postknecht hält die Pferde an, und da gerade niemand im Postwagen sitzt, steigt er vom Bocke herunter und geht beherzt auf die ihm winkende Gestalt zu. Das Gewölbe bebt. Die Erde zittert. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Der Postknecht raffte sich auf, in seinen Gliedern fühlte er furchtbaren Schmerz. Nur mit Müh und Not erkletterte er wieder seinen Kutschbock. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. Balluch das Salz aus den Ausseer Bergen und aus den Salinen am Meer, das sind die Kürbiskerne und die Oliven, das Edelweiß und der Wacholder, die Tanne und die Agave, der Terrano, der Laski Riszling und der Schilcher, die Gubana, der Reindling und die Gibanizza, die Krainer Wurst und die Salami, die weißen Pferde von Lipica und das Almvieh, das Quecksilber aus Idria und das Tauerngold, das sind Eisen und Kalk, die Zille vom Grundlsee und das Trabacolo von der Adria, die Hütte der Holzknechte und die Steinhäuser der Fischer, das ist der Campagnile, der Zwiebelturm und das gotische Münster, das ist der Gamsbart und das Kopftuch, der Saibling und der Thunfisch, das Castello di Miramare und das Schloss Mürzsteg, das ist der Ochs und das Maultier, die Gämse und die Schildkröte, die Fichte und die Pinie, der Apfel und die Pflaume, die Zitrone und die Orange, das ist das Alpenglühen und die Meeresbrandung, der Steirerkäs und der Pecorino, der Speck und der Prosciutto, die Brettljause und die Merenda, die Möwe und der Steinadler, der Seestern und die Marmoratta, die Casoni und die Sennhütten, die Lagune und der Gebirgsbach, der Speik und die Minze, der Grappa und der Slivovitz, der Bergschuh und die Sandale, die Bucht und der Wasserfall, die Enns und der Isonzo, die Mur und die Drau, die Raab und die Save, die Mürz und die Sann, der Karst und der Gletscher, die Tiefebene und das Hochplateau, der Graf und der Conte, der Szupan, der Sindaco und der Bürgermeister, der Paprika und die Melone, der Hopfen und das Korn, der Maulbeerbaum und der Ahorn, und der Kachelofen, der Nanos und der Semmering, der Grimming und der Triglav, der Großglockner und der Schöckl, die Zither und der Dudelsack. […]

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