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Herbsttag 2

Blumensamen, Zwiebel, Knollen
Schmücken meinen Gartentisch,
Überragt von traubenvollen
Rebgezweigen duftig frisch.

Hie und da ein Blatt vom Hage
Jagt der Herbstwind rasch vorbei,
Angedenken schöner Tage,
Traum und Bild vom holden Mai.

Alles wieder ihr zu legen
Nächstes Frühjahr in den Schoß,
Lös' ich ihres Jahres Segen
Von der alten Erde los.

Und so schein' ich selbst als alter
Demiurgos hier zu stehn,
Ein Bewahrer und Erhalter
Zwischen Welken und Vergehn.

Quelle:
Jahreszeiten
Ausgewählte Gedichte - - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

Data News

Morgens steh ich auf.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Morgens steh ich auf und frage: Kommt feins Liebchen heut? Abends sink ich hin und klage: Aus blieb sie auch heut. In der Nacht mit meinem Kummer Lieg ich schlaflos, wach; Träumend, wie im halben Schlummer, Wandle ich bei Tag. Quelle: Heinrich Heine Lieder Junge Leiden - 1817-1821 Buch der Lieder Hamburg 1827 www.zeno.org Liebchen was ist das Besondere daran? Nun ja, die Post kömmt aus der Stadt, Wo ich ein liebes Liebchen hatt, Mein Herz! So die lustige Gefährtin,Heut am letzten FreudentageMir als trefflicher Paino,Fein in schwarzem Kleid und HutUnd im Busenstrich erscheinend. Heut am allerletzten TageSollte man nicht ausgelassen,Gleich dem Faune, gleich dem Satyr,Eine tolle Nymph im Arme,Jubelnd seinen Thyrsus schwingen? Und warum nicht? Mein Liebchen ist so sch? n und mild, Noch schwebt mir vor ihr s? Euch hab ich sie anvertrauet, Ihr solltet mir Bürge sein. Willst wohl einmal hinübersehn, Und fragen, wie es dort mag gehn, Mein Herz? Wen erfreut ich nicht, mit FeuerIhr begeisternd Lob beginnend? Abschied von Olevano Lb wohl, du unvergeßliches Felsendorf,Leb wohl! Erst wenn Phöbus sich entfernt,Wagt sich Momus aus dem Hause. Nein! die moderne Welt kommt hier zu Esel herauf. Rennt mit Hörnern,Pferdefuß, in schwarz und rothLucifer nicht im Gedränge? Wie man von dem Liebchen scheidend,Noch in Einem langen KusseWonn und Lust auf ewig trinken,Trost für immer saugen möchte,Wie dem Vaterland entwandernd,Wo man Kind war, wo man liebte,Man des Lebewohls MomentGerne noch verlängern möchte:So das wilde Rom, man taumeltUnter Taumelnden; es regnetHeut zum letzten Male BlumenAuf ein glücklich Volk, und Zucker. Goldne Tage des SaturnusLebt man noch; es wäre Fabel,Und so viele tausend FraunPredigen die holde Wahrheit? Ach warum in dieser Ferne,Süßes Herz, so weit von dir? Viertes Lied Eine Stunde des Tages aber weiht ichDir, o Loggia! Und des eignen Daseins denk ichMehr als je, da mir so früheDas Verhängniß meiner Jugend,Meiner Liebe, meiner HoffnungSüße Märchenwelt zerstörte,So viel Schönes und Geliebtes,So viel Flammen, so viel LustIn den Ernst der Nacht versunken. […]

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Optische Täuschung.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Schwankt dort in der Ferne nicht leis im Wind ein roter Mohn oder täuscht mich mein Gesicht? Aber näher kommt es schon, und es ist kein roter Mohn. Bauernrosenriesige Blüte naht es, und der Herr behüte gnädig uns vor allem Bösen! Wenn sich erst die Blumen lösen, einzeln durch die Welt zu rennen, muß der Teufel mit im Bund sein. Doch wie konnt ichs nur verkennen. Was könnt auch so rot und rund sein? Meine liebe, hübsche, runde, morgenfrische, kerngesunde kleine ist es, mit dem strammen Schritt, mein tapfrer Füselier. Diesmal nur in umgekehrter Reihenfolge: von Dunkel nach Hell. Unerbittlich klingelt mich der Wecker um halb vier aus dem Tiefschlaf. Als ich das Zelt verlasse breitet sich über mir in selten gesehener Klarheit die gesamte Milchstraße aus. Mit schweren Gliedern mache ich mich an den erneuten Aufstieg. Blöd das ich wegen den wenigen Stunden nicht einfach auf dem Gipfel geblieben bin, aber da oben war es einfach zu windig. Zumindest am Abend denn momentan scheint kein Windhauch die totale Stille und den Frieden dieser Nacht zu stören. Es ist der Wind um Mitternacht, der leise an mein Fenster klopft. Es ist der Regenschauer sacht, der leis an meiner Kammer tropft. Es ist der Traum von meinem Glück, der durch mein Herz streift wie der Wind. Es ist der Hauch von deinem Blick, der durch mein Herz schweift regenlind. III Einsam durch den düsterblauen nächtgen Himmel seh ich grelle Blitze zucken an den Brauen schwarzgewölbter Wolkenwelle. Einsam loht der Stamm der Fichte fern an duftger Bergeshalde. Drüber hin im roten Lichte zieht der fahle Rauch zum Walde. In des Himmels fernes Leuchten rinnt der Regen zart und leise, traurig, schaurig, eigner Weise. In deinen tränenfeuchten Augen ruht ein Blick, der schmerzlich, herzlich dir und mir verwehte Leiden, verlorne Stunden und zerronnen Glück zurückrief beiden. IV In stillen Stunden sinn ich oft, was mir so sehnlich bangt und graut, wenn unvermerkt und unverhofft ein süßer Traum mich übertaut. Weiß nicht, was ich hier träum und sinn, weiß nicht, was ich noch leben soll; und doch, wenn ich so selig bin, Mitternacht schlägt mir mein Herz so sehnsuchtsvoll. […]

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Mephistopheles - Wissensdrang.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Wissensdrang, nun wird dir gewiss Befriedigung! Ich kann zu Sternen schweben mit Adlerflügelschwung! Ich kann durch Felsenmauern mit Geisterhülfe gehn, kann grüssen den Aequator und überm Nordpol stehn! So ruft voll kühner Träume der zaubermächtge Mann, des neuen Bundes fröhlich, der Macht, die er gewann. Wie träumt er sich allmächtig, wie gross! Sein Auge trifft im dunkeln Buch der Zukunft schon seines Namens Schrift. Der Ballsaal des Palais, in dem das achtzehnte Jahrhundert aufersteht und last but not least: Kafkas Welt, real und fiktiv, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Der Zuschauerraum und die Bühne des ehemaligen Theaters, Aufführungsort der Uraufführung von Mozarts Oper Don Giovanni. Das Café Slavia mit seiner für mich wunderbar anregenden und poetisch aufgeladenen Atmosphäre. Mit dabei hatte er stets ein kleines Tuschefäßchen in der Form eines Globus sowie Feder und Papier. Auf diese Art entstand eine Fülle meisterhafter Zeichnungen, die seine Beschreibungen ergänzten. Aus all diesen Daten stellte er umfangreiche Manuskripte zusammen, die er auf eigene Kosten bei einem Prager Verleger, in Form aufwendigst gestalteter Bücher, drucken ließ. Oft nur in einer geringer Auflage von 500 Stück gefertigt, verschenkte der Erzherzog diese bibliophilen Raritäten an Freunde, Mitarbeiter und sonstige, an seiner Arbeit interessierte, Personen und Institutionen. Durch einen bekannten Berliner Reiseverleger gelangten einige seiner Arbeiten auch in den Buchhandel. Die wissenschaftliche Werke fanden rasch internationale Anerkennung. Er wurde mit Diplomen und Ehrenmitgliedschaften von Akademien und Institutionen förmlich überhäuft. Seinem engen Freund Jules Verne diente er als Vorbild für den Helden eines Romans. Kafkas und Rilkes Prag mit lebendige Prager Kaffeehauskultur auf einer Kurzreise nach Prag. […]

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