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Versöhnung

Hast du niemals noch begleitet
Einen Menschen, müd' und bleich,
Über den schon ausgebreitet
Sein Gespinnst das Schattenreich?

Hast du nie den Puls empfunden,
Der dem Tod entgegenschlägt,
Bangend nie gezählt die Stunden,
Die ein Leben noch erträgt?

Jedes Wort, wie wird es teuer,
Das so sanft und unbewußt
Und im letzten Seelenfeuer
Ausspricht die gequälte Brust!

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Data News

Dresdener Conferenzen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Die politischen Processe wurden im Jahre 1851 meist zu Ende geführt und hatten zahlreiche Verurtheilungen zu schweren Freiheitsstrafen zur Folge. Die finanziellen Verhältnisse des Staates erwiesen sich im Jahre 1851 trotz den Nachwehen der Revolution, der starken Truppenvermehrung und dem Bau und Ankauf von Eisenbahnen (auch der Sächsisch-Schlesischen) nicht ungünstig, so daß gegen Ende des Jahres sogar einige der ausgeschriebenen Abgaben nachgelassen werden konnten. Sachsen betheiligte sich an der Bamberger Conferenz, während der König persönlich eine Verständigung mit den Regenten von Österreich und Preußen in der Zusammenkunft zu Tetschen am 8. Juni suchte, die auch so vollständig erreicht schien, daß die Regierung dem Septembervertrage mit den übrigen Coalirten am 24. Juli zustimmte (s. Deutschland S. 88). Am 1. August 1854 verließ König Friedrich August II. seine Residenz, um eine seiner üblichen Erholungsreisen nach Tyrol anzutreten, fand aber dort durch den Umsturz des Wagens nahe bei Brennbüchl am 9. Aug. seinen Tod. Am 16. Aug. erfolgte die Beisetzung der königlichen Leiche zu Dresden. Fell erhöhte die Gesamtreibung zwischen Lokomotive und Schienen, indem er zwischen vier gewöhnlichen Lokomotivrädern noch vier wagerechte Triebräder mit lotrechten Achsen und zwischen den beiden Fahrschienen noch eine Mittelschiene anbrachte, gegen welche jene wagerechten Räder mit Hilfe von Preßvorrichtungen gedrückt wurden. Eine solche Bahn vermittelte den Verkehr über den Mont Cenis, als die Anschlußbahnen des bekannten Tunnels vollendet waren, der Tunnel selbst aber noch nicht. Auf Strecken der neuseeländischen Bahn von Wellington nach Woodville ist bei 66 pro Mille Steigung das System Fell im Betrieb. Bei den Zahnradbahnen befindet sich in der Mitte zwischen den Schienen, auf welchen die Wagenräder laufen, eine Zahnstange, in deren Zähne ein auf der Triebachse der Lokomotive sitzendes Zahnrad eingreift. Die ersten derartigen Bahnen erbauten in Amerika Marsh, darunter die auf den Mount Washington in New Hampshire mit 375 pro Mille Gefälle, und in Europa Riggenbach, nämlich die von Viznau auf den Rigi, welchen Bauten mehrere andre, z. B. auf den Kahlenberg bei Wien, neuerdings auf den Drachenfels, Niederwald etc. folgten. Wetlis System, bei dem eine Triebwalze mit schraubenartigen Felgen sich auf keilförmig aneinander stoßende Schienen stützt, wird infolge eines Unglücksfalls bei der Probefahrt auf der ersten derart gebauten Bahn nicht angewendet. […]

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Nun ward der erste Frühling.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ich lasse dir die Sträucher, die Bäum' und Blumen all'; Lass mir dafür den Kraken, den Behemoth, das Wall. Will mir schon Bäume schaffen, auch Blumen, tief im Schos an purpurrothem Strauchwerk grünt mein Korallenmoos. Und lass uns Pfänder tauschen, Erinnrung alter Zeit; ich will um Inseln rauschen, die bleiben mir geweiht, du magst mit grünen Ringen von Blumen und Gestein um manchen See Dich schlingen, er soll Dein eigen sein. Nun ward der erste Frühling dem armen nackten Land als eine reiche Buhle vom Himmel zugesandt; sie kommt daher gezogen mit köstlichem Geschmeid, und deckt den dunklen Riesen mit ihrem Blumenkleid. Auch die Unterweser bei Bremen trug bis in die 1890er Jahre in den meisten Wintern eine tragfähige Eisschicht. Den Strapazen nicht mehr gewachsen, begannen die Männer der Essex zu sterben. Nur 187 Mann konnten durch die britischen Schiffe gerettet werden. Da sie damit keinen Erfolg hatten, machen sie an einer im Nebel auftauchenden Boje fest. Dann begannen die halb verhungerten Seeleute, ihre toten Kameraden zu verspeisen. Die zwei ersten Toten bestattete man noch nach Seemannsart. 1828 wettete eine Gruppe Bremer Junggesellen darauf, dass am Neujahrstag des Folgejahres die Eisschicht auf der Weser einem 99 Pfund schweren Schneider samt glühendem Bügeleisen die Überquerung des Stromes trockenen Fußes ermögliche. Daraus entstand die Bremer Eiswette, die alljährlich mit einem Festmahl zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger begangen wird, auch wenn die Unterweser seit Begradigung und Vertiefung nur noch sehr selten zufriert. Deshalb wird heute gelost; meistens verliert die Partei, die durch Los bestimmt auf zugefroren setzen muss. Der Verlierer hat dann ein Festmahl für etwa 600 Gäste auszurichten, Hauptspeisen Kohl und Pinkel. […]

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Räuber und Wolf.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ein Wolf, ein grauses Scheusal der Natur, das Schrecken aller Schäfer auf der Flur, hielt, hingestreckt auf grüne Matte, ein Lamm, das er zerissen hatte, und, ungerührt von herben Klagen der Mutter, er davongetragen, in seiner Klau und fraß. Ein Räuber sah das blutge Paar. Raubgierig schrie er, ha! Schmeckts, guter Freund? - Mit seinem Schwerte bohrt er den Wolfen hin zur Erde. Da stöhnt der matt: Du bist so bös wie ich, und doch, du Brudermörder, tötest mich! Der nimmt das Lamm. Mein Bruder, höre, spricht er, zu spät nun diese Lehre. Kein arger Böswicht ist des andern Freund, und selbst, Freund, merke dirs, sein ärgster Feind. Ihre zum ersten Male geschaute Naturschönheit übte einen mächtigen Zauber auf die nordischen Besucher aus. Aber auch in der Beschreibung der Eingeborenen sparte man die Lobsprüche nicht. Das heitere, glückselige Leben jener Naturkinder wurde in Deutschland und England geradezu sprichwörtlich. Man ließ sich hierin auch nicht durch die Tatsache beirren, dass Cook auf seinen späteren Reisen schon heftige Zusammenstöße mit diesen vermeintlichen Paradiesbewohnern hatte; Enttäuschungen, die sich in der Folgezeit noch häuften. Die Südsee-Schwärmerei war nun einmal Mode geworden, und immer neue Forscher und Abenteurer zogen aus, die so schnell berühmt gewordenen Inseln zu besehen. Hinter ihnen kamen unternehmende Kaufleute in immer wachsender Zahl, dann Pflanzer; endlich in der Neuzeit auch die auf kolonialen Erwerb ausgehenden Vertreter der dunklen Mächte. Und das schönste ist, daß diese Fackel in der Nacht brennt und dennoch niemals ganz verbrennen kann. Den vierzehnten Abend der Seereise erleuchteten die großen, feurigen Kugeln, die von den Leuchtschiffen abgeschossen wurden. Auch an Nahrung fehlt es nicht: Quallen, Seeigel, Krabben, Seegras gibt es im Überfluss. Jetzt erscheint, sagte ein Jude, der schon zweimal diese Fahrt mitgemacht hatte, zu Donar, die Freiheitsstatue. Sie ist hunderteinundfünfzig Fuß hoch, im Innern hohl, man kann sie besteigen. Wenn meine Kleinen ihre erste Seereise antreten, sind sie nicht größer als die Faust eines Menschenbabys. Das wunderbare Meer, das sie nicht mehr verlassen, bis sie erwachsen sind. […]

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