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Gruß in die Ferne

Dunkelnd über dem See dämmert das Abendrot,
Nur die höchsten Gebirge
Krönt noch Glut, doch es sinkt, düstrer allmählich, nun
Auch ihr Bild zu den Schatten.
Dort ach, fern in der Nacht, dort wo des Himmels Licht
Hinschwand unter den Wolken,
Dort dich wiederzusehn träumt' ich und war dir nah,
Nah im Geiste; da warf mir
Über Dornen am Weg Blüten der Lufthauch zu,
Während dein ich gedachte!

Quelle:
Neue Liebe
Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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Data News

Kindes ganze Produktion in Seifenzubern und an Wäscheleinen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Denk ich zurück an meine frühsten Wochen: Ich sog an hochgeblähten Ammenbrüsten, von guten Tanten liebevoll berochen, die zahnlos schnalzend den Popo mir küßten. Doch was ich dann in stiller Reflexion in meiner Wiege Windeltuch verrichtet, mich mühsam reckend mit gestrafften Beinen, das ward des Kindes ganze Produktion in Seifenzubern und an Wäscheleinen hinweggespült, getrocknet und vernichtet. Das Kind ward groß. Das Unglück wollt's: es dichtet. Nun stehn um mich die Hinzen und die Kunzen und fühlen zum Bewundern sich verpflichtet und warten: wird der Pegasus nicht brunzen? Bald wird ein liebes Kind zur Erden hingetragen, Und das nicht einmal nur in so viel Jahr und Tagen, Denn auch das fünfte Weib. Bald geht ein Schuldner durch, und sucht ein fremdes Land. Und wer kan alle Müh und Jammer doch aussprechen? Des Unglücks ist so viel als Teutschen in den Zechen, Als Hasen in dem Busch, als Prahler ohne Muth, Als Huren ungedeckt, als Junckern ohne Gut, So viel als Mohrenland hat Kokernüß und Affen, Als Heuchler sind zu Rom und kahlgeschorne Pfaffen, Als Mücken in der Luft, zu Hofe falsche Ehr, Als Titel ohne Grund und sonsten nichtes mehr, So viel als Löcher sind in einem härnen Siebe, Als Schneider zu Paris, als auf der Mühlen Diebe, Als England gute Schaaf, als Schweden Steine trägt, Als Lieschen schwartze Flöh mit beyden Daumen schlägt, So viel als Härlein seyn in einer Zoblen-Mützen, Als Sperling in dem Lentz, als Frösch in allen Pfützen, Als Köpfe sonder Hirn, als Tropfen in dem Rhein, Als Flüche bey dem Spiel, als Narren bey dem Wein. Das zarte Weiber Volck pflegt insgemein zu bitten, Um Schönheit der Gestalt und Höflichkeit der Sitten. Kleinkind bei Sturz zwischen Wand und Heizung eingeklemmt, was spricht sie, was hat mein Kind gethan? Die Hoffnung, die Fürstin auf diese Weise immer um sich zu haben, sollte sich aber auf die Dauer nicht bewähren. Statt ihn ins Leben zurück zu bringen, wurde er nur noch wortkarger und trübsinniger. Das Einzige, was der Kammerherr damals noch zu tun wusste, das war, dass er in der Nähe des Treppenaufgangs ein Gehege für Rehe anbringen ließ, worauf er den Enkel aufmerksam machte, sich dort zum Schlafen nieder zu legen. […]

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Der Weg ist so tief, Blumen drinnen brennen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Nun so laß uns abwärts wallen. Bebe nicht, der Weg ist so tief, ohne Licht. Manch Lied schon so entschlief; kannst Du in den Himmelsseen keine Freiheit mehr ersehen, in den fernen goldnen Sternen, die wie Blumen drinnen brennen. Keinen Frühling mehr erkennen. So will ich Dich führen auf stillen Wegen; in den Busen, wie ins Grab, dein Gebete, deine süße Rede traurig niederlegen. Blicke nieder ohne Wehe, vergehe, kehre heller wieder. In jedem Kleide werd ich wohl die Pein Des engen Erdelebens fühlen. Der Gott, der mir im Busen wohnt, Kann tief mein Innerstes erregen; Der über allen meinen Kräften thront, Er kann nach außen nichts bewegen; Und so ist mir das Dasein eine Last, Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt. Entbehren sollst du! sollst entbehren! Nur mit Entsetzen wach ich morgens auf, Ich möchte bittre Tränen weinen, Den Tag zu sehn, der mir in seinem Lauf Nicht einen Wunsch erfüllen wird, nicht einen, Der selbst die Ahnung jeder Lust Mit eigensinnigem Krittel mindert, Die Schöpfung meiner regen Brust Mit tausend Lebensfratzen hindert. Auch muß ich, wenn die Nacht sich niedersenkt, Mich ängstlich auf das Lager strecken; Auch da wird keine Rast geschenkt, Mich werden wilde Träume schrecken. Das ist der ewige Gesang, Der jedem an die Ohren klingt, Den, unser ganzes Leben lang, Uns heiser jede Stunde singt. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. Das Gewölbe bebt. Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. Der Gang endet in einem hohen und weiten Gewölbe. […]

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Keines von beidem war Eigentum.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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des berühmten Ismail Pascha und blieb seitdem herrenlos, bis ich es in Besitz nahm. Komm, ich werde dir alles zeigen! Dieser wackere Befehlshaber der Arnauten hatte jedenfalls großes Wohlgefallen an meinem Backschisch gefunden. Doch war mir sein Anerbieten sehr willkommen, da ihn seine Stellung befähigte, mir über alles Nötige die gewünschte Auskunft zu geben. Wir stiegen vor dem Hause ab und traten ein. Im Flure hockte ein altes Weib, welches Zwiebeln schälte und dabei mit thränenden Augen die abgefallenen Schalen kaute. Ihrem Aussehen nach war sie entweder die Urgroßmutter des ewigen Juden, oder die von dem Tode ganz vergessene Tante von Methusalem. Höre, meine süße Mersinah, hier bringe ich dir Männer! redete er sie in sehr liebenswürdigem Tone an. Sie konnte uns vor Thränen nicht sehen und wischte sich daher mit der Zwiebel, die sie grad in der Hand hielt, die Augen aus, so daß das Wasser sich verdoppelte. Männer? fragte sie mit einer Stimme, welche dumpf wie die Antwort eines Klopfgeistes aus dem zahnlosen Munde hervorklang. Ja, es folget ihm gemach Ein gantzes Regiment auf seinen Rücken nach. Ist das nicht wohl gethan? Was kommen euch für Possen Itzunder in den Sinn? Kaum ist ein Jahr verflossen, Da solt er mit Gewalt ein Bücher-Hase seyn, Und plagen sich zu todt mit Griechisch und Latein. Ein schöner Anschlag traun? Was ist ein Tinten-Juncker? Ein Reicher ohne Geld, ein kahler Strassen-Pruncker, Der etwa von Paris nur Titel bringt zu Hauß. Den Hut auf einem Ohr. Im Beutel eine Lauß. Vielleicht gedeyet er zu Ruten oder Stecken, Des Kadmus Halb-Gesell, die Kinder nur zu schrecken, Der niemals frölich ist, als wenn das Kirch-Spiel klingt, Das Weib den Mann beweint, und er si bona singt. Wozu hat der studirt, der schimpflich alle Morgen Vom Brauer muß das Bier, das Brodt vom Becker borgen? So lange Hering seyn, Saltz, Butter, Pech und Schmeer, Gewinnt er wohl sein Brodt ohn Bücher und Gewehr. […]

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