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Winterruh

Durch die Stube dämmert wieder
Schneelichthelle Winterruh',
Jene Saiten klingen wieder,
Nimmer, ach, dein Lied dazu.

Jeder Ton ruft alle Schwingen
Meiner tiefsten Sehnsucht wach.
Ach, dein allerliebstes Singen
Geht mir ewig, ewig nach!

Quelle:
Erste Liebe
Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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Data News

Laß das Trauern.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Laß, mein Herz, das bange Trauern Um vergangnes Erdenglück, Ach, von diesen Felsenmauern Schweifet nur umsonst der Blick. Sind denn alle fortgegangen: Jugend, Sang und Frühlingslust? Schon im Jahre 1199 richtete Papst Innozenz lassen, scheidend, nur Verlangen Einsam mir in meiner Brust? Meine Bestrebungen, Eosphoros in meinem Vaterlande bekannt zu machen, hatten sein Interesse geweckt; er hatte mir wiederholt geschrieben, und noch häufiger Broschüren und Zeitungen, die mir von Nutzen sein könnten, sowohl nach Kopenhagen wie nach Paris zugeschickt. Er wusste also meine Adresse, und da er sich gerade auf der Durchreise in Paris befand und, sonderbar genug, keinen einzigen Bekannten in dieser Stadt besass, so hatte er nicht Anstand genommen, den langen Weg vom Windsor Hôtel nach Rue Mazarin zurückzulegen, um seinen jungen Correspondenten mit einem Besuche zu beehren. Als er mir seinen Namen genannt hatte, erinnerte ich mich sogleich seines Portraits. Das gab aber so wenig eine Vorstellung von Gesichtsausdruck und Hautfarbe wie von der Weise, wie er ging und stand. Obwohl 64 Jahre alt, hatte er die frische und reine Haut eines Kindes. Blumen sind mit Trauer und Tod seit ewigen Zeiten verbunden. Er hatte diesen Kinderteint und diese rothen Wangen, die man fast nie bei älteren Männern des Festlandes, nicht selten aber bei den weisshaarigen Gentlemen beobachtet, die Mittags im Hydepark spazieren reiten. Sie hat ihm mit kostbarem Öl die Füße gesalbt. Seine Augen waren klar und tief dunkelblau, die Nase schmal und krumm, die Stirne hoch und gewölbt mit einem stark hervorspringenden Knoten über dem linken Auge; es sah aus, als hätte das Arbeiten der Gedanken ihre Organe gezwungen, sich zu erweitern und mehr Platz zu schaffen. Das Gesicht mit den stilvollen und grossen Zügen war einfach, aber nicht ruhig; nervöse Zuckungen liefen ab und zu darüber hin und schienen das unruhig zitternde Leben der Seele zu verrathen; er suchte nach den Worten und stotterte bisweilen am Anfange eines Satzes. Sitzend sah er mit dieser frischen, prächtigen Physiognomie und dieser gewaltigen Stirn wie ein noch junger und kräftiger […]

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Lehrling, Wahrheit, Finger, Arm und Sprache.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Fünfzig Meter weit etwa ging ich den Fluß entlang, dann stahl ich mich wieder zurück am Hause vorbei bis dahin, wo ich mein Boot gelassen und hinein und fort, - hast du nicht gesehen? Ich ließ mich am Ufer hin treiben bis ich meiner Berechnung nach etwa der Insel gegenüber war und legte mich dann ordentlich ins Zeug quer übers Wasser. Den Hut hatte ich abgenommen, Scheuleder brauchte ich keine mehr. Da hör' ich die Uhr schlagen, zähle und merke, daß es schon elf ist - elf Uhr! Als ich zur Insel kam, nahm ich mir nicht einmal Zeit, die Nase zu putzen, obgleich ich's sehr nötig hatte, sondern landete gerade an meinem alten Lager-Platz und zündete ein tüchtiges Feuer dort an. Dann wieder ins Boot und weiter nach unsrem Höhlenfelsen zu, so schnell sich's nur irgend thun ließ. Ich legte an, kroch den Felsen hinauf und in die Höhle. Da lag Jim in süßem Schlaf. Ich schrei ihm in die Ohren. Lehrling, o schau dich um an deiner Meere Strand, Unselge! Und in dem anderen Lager fertigten sie Töpferwaren, die hässlich waren. Und es wurde mir klar, dass sich kein Gesetz abfassen lässt, das die Töpferwaren zu verschönern vermöchte. Goethe zeigt in dem Gedicht Der Zauberlehrling seine Skepsis gegenüber dem Autonomiestreben, das noch seine Sturmund-Drang-Zeit bestimmte. Der Versuch, gegen die Herrschaft des Meisters aufzubegehren und selbstständig zu handeln, führt aufgrund massiver Kompetenzdefizite des Lehrlings ins Chaos. Erst die Besinnung auf die alte Autorität und die ursprüngliche Ordnung rettet die Situation. Kästner verfasste den in Davos spielenden Zauberlehrling mit Doppelgänger-Motiven und einem Zeus, der Blitze schleuderte. Was hilft es, daß Justinian die Zügel Dir angeschirrt, als zu vermehrter Schmach? Er floh und schwor sich, die Mörder seiner Familie zu richten. So gesehen ist der Zauberlehrling das Gegenstück zu Prometheus. Verwitwet, einsam, ruft sie Tag und Nacht: Mein Cäsar, willst du nie dich mir vereinen? Das Gedicht spiegelt das Gedankengut der Weimarer Klassik wider. Die Handlung der Ballade bleibt in sich geschlossen, lässt sich aber auf zahlreiche Bereiche übertragen. Gedenk an ihre Drangsal, ihre Schäden Und sieh, wie sicher Santafiore steht! Besonders die Übertragung auf die Erkenntnisse der Wissenschaft und die nicht immer abschätzbaren Folgen liegt nahe. Der Satz Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los beschreibt sehr anschaulich die Dilemmata einer Wissenschaft, die für die Folgen ihrer Forschung verantwortlich gemacht wird. […]

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Herz und Seele schwarzer Augenglut!.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Mein Herz entbrennt und pocht in wilder Sehnsucht. Was brennst du so? Ist das die Seele, die heiß umschlingend dein zehrend Schmachten stillt? Soll ich ihr folgen, pochendes Herz? Ich wag' es nicht; mir wird so schwül und bang. Denn vielleicht - was weiß ich! Blüht Gift im dunkeln Auge und verzehrt mir qualvoll Wangen und Seele. So ist die Liebe! Auf Leben und Tod! Du zerrissest meine Fesseln, und ich will dir das Opfer meines Lobes bringen. Von ihrem Gewichte getrieben, streben beide ihrem Mittelpunkte zu. Vertrauenswürdigkeit ist das weite, breite Tor zur Ruhe und Sicherheit des Volkes. Er ging und fand den Saal, darauf war die Zauberin und fütterte die Vögel in den siebentausend Körben. Mein Gebein, es ist durchdrungen von Liebe zu dir und spricht: Herr, wer ist dir gleich? Schwebte nicht auch der Vater oder der Sohn über den Wassern? Weniger geordnet, sind sie unruhig; wenn sie geordnet sind, ruhen sie. Mein Gewicht ist meine Liebe; durch sie werde ich getrieben, wohin ich immer getrieben werde. Freunde, es scheint, der Allmächtige will die Pforten der Hölle schließen und die des Himmels öffnen, so dass unser ganzes Reich vernichtet und meine brennende Begierde, alle Menschen in diese Qualen zu stürzen, vereitelt werden wird. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. […]

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