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Waldeinsamkeit

Rötlich schimmern durchs Tannengrün
Ragende Stämme der Föhren;
Fern die Berge, die duftigen, glühn,
In den Lüften läßt sich hören
Eines Falken heller Schrei,
Und summende Bienen schwärmen vorbei.

Horch, was donnert und stört den Traum
In der Friedensstille mitten?
Es fiel des Waldes höchster Baum,
Die Axt hat ihn durchschnitten –
Drüben aber am Bergeshang
Da schallt des Hirten froher Gesang.

Quelle:
Jahreszeiten
Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

Data News

Pferde des Heeres und der kaiserlichen Ställe werden täglich vorgeführt.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Die Reiter pflegten mit ihren Tieren über meine Hand hinwegzusetzen, wenn ich diese auf den Boden hielt; ein Jäger des Kaisers setzte sogar einmal auf einem großen Renner über meinen Fuß mit dem Zubehör der Schuhe, und dies war wirklich ein wunderbarer Sprung. Am Tage darauf hatte ich auch das Glück, den Kaiser auf außerordentliche Weise zu unterhalten. Ich bat, er möchte mir einige Stöcke von zwei Fuß Höhe und von der Dicke eines gewöhnlichen Rohres bringen lassen, worauf Seine Majestät dem Inspekteur seiner Forsten sogleich die notwendigen Befehle erteilte, und am nächsten Morgen kamen neun Förster mit ebenso vielen Wagen, von denen jeder mit acht Pferden bespannt war. Da ich als junger Mensch von achtzehn Jahren, als theologischer Pflegling, von der Akademie in die Welt hineinlief, fand man bei Untersuchung, daß ich keinen Schulfreund erstochen, kein Mädchen in den Klagestand gesetzt und keine Schulden hinterlassen, daß ich sogar die wenigen Taler Schulden den Tag vor der Verschwindung bezahlt hatte; und man konnte nun den Grund der Entfernung durchaus nicht entdecken und hielt mich für melancholisch verirrt und ließ mich sogar in dieser Voraussetzung so schonend als möglich zur Nachsuchung in öffentliche Blätter setzen. Daß ein Student den Tag vorher, ehe er durchgeht, seine Schulden bezahlt, schien ein starker Beweis des Wahnsinns. Der Sturm wird bei mir nie so hoch, daß er mich von der Base, auf welcher ich als vernünftiger, rechtlicher Mann stehen muß, herunterwürfe. Bei einem Kosmopoliten können sie, auf einem festen Grunde von Moralität, wohl noch etwas Gutes wirken. Ich überlasse den Philanthropen die Betrachtung über diesen Schluß, der eine sehr schlimme Meinung von der Sittlichkeit unserer Jugend verrät. Meine meisten Schicksale lagen in den Verhältnissen meines Lebens; und der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschluß von einiger Bedeutung. Was sollte ein Dorfpfarrer mit diesen Gärungen? Dem Psychologen wird das Rätsel erklärt sein, wenn ich ihm sagte, daß die Gesinnungen, die ich seitdem hier und da und in folgender Erzählung geäußert habe, schon damals alle lebendig in meiner Seele lagen, als ich mit neun Talern und dem Tacitus in der Tasche auf und davon ging. […]

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Sie hat sehr viel zu sorgen, zu .

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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schaffen und zu arbeiten. Für mich nicht; das weiß Allah! Aber für deine Gefangenen. Sie bringt ihnen täglich einmal Essen, Brot und Mehlwasser. Wie viel giebt dir der Mutesselim für jeden Gefangenen? Dreißig Para täglich. Also fünfzehn Pfennige ungefähr! Davon blieb sicherlich die Hälfte in den Händen Selims kleben. Und was erhältst du für die Beaufsichtigung? Zwei Piaster täglich, die ich aber noch niemals bekommen habe. Ist es da ein Wunder, daß ich diese schöne Arznei noch gar nicht kenne? Er that abermals einen Zug. Zwei Piaster? Das ist sehr wenig, zumal dir die Gefangenen sehr viele Mühe machen werden. Mühe? Gar keine! Was soll ich mir mit diesen Halunken für Mühe geben? Ich gehe täglich einmal in das Gefängnis, um nachzusehen, ob vielleicht einer gestorben ist. Zu welcher Zeit thust du das? Wenn es mir paßt. Auch des Nachts? Ja, wenn ich am Tage es vergessen hatte und grad ausgegangen war. Wallahi, da fällt mir ein, daß Unheil liegt absolut im Trend. Es gibt andererseits auch westliche Mythen über Drachen und deren Bestreben, Menschen zu schützen und vor Unheil zu bewahren, wie es zum Beispiel aus vielen skandinavischen Legenden und Sagen eindeutig hervorgeht. Obwohl Mathias mit Gott böse war, herrschte Gott noch über die Welt. Jedoch gibt es auch hier Erzählungen von Drachen, die den Menschen feindlich gesinnt sind oder diese bestrafen. Er fühlte nur den Morgen durch die Läden, einen weiten Weg hatte der Morgen, ehe er zu Mathias Singer gelangte. Es war, als glaubten die Juden, daß Mathias und Lemmel das ganze Ausmaß des Unglücks, das allen zugedacht gewesen, untereinander aufgeteilt hätten. Unheil: Ich sehe ihn in das gräulichste Tier verwandelt; er sah genau wie ein Satyr aus, wie wir sie auf Bildern gemalt sehen, und gar nicht mehr wie Caviar. Den größten Teil des Tages hielt er sich in der Gasse auf. Der junge Lette war Offizier geworden und hatte glücklicherweise die linke Hand verloren. Kämpfte Lämmel gegen die Deutschen, so kämpfte Mathias gegen überirdische Gewalten. Gerd warf dem Fremden zitternd die Zügel seiner Frau zu und sprengte ohne sie von dannen und ohne sich nach ihr umzusehen. […]

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