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Lied im Süden

Sonnenuntergang!
Lautlos ruhen Säulengang
Und verlassne Marmorbäder,
Wo den stillen Weg entlang
Noch antiker Wagenräder
Furchen trägt der Lavastein.
Rot im Abendschein
Wirft der Ölwald längre Schatten
Längs der braunen Felsenplatten
Um den Bergabhang -
Sonnenuntergang.

Abenddämmerung!
Blumen atmen wieder jung,
Und in uns erblühn die weißen
Rosen der Erinnerung.
Könnt' ich sie verwelken heißen?
Schnell im Süden kommt die Nacht,
Flüchtig ist die Macht
Deines schwärmerischen Glückes,
Wie die Flammen eines Blickes
Voll Begeisterung,
Abenddämmerung.

Sommermitternacht!
Nur noch die Cicade wacht;
Ringsum ruhn die dunkeln Täler.
Unter alter Tempelpracht,
Wo gestürzte Kapitäler
Meine Kissen, wo mein Haupt
Lorbeer selbst umlaubt,
Sollt' ich's nicht gestehn im Liede,
Wie dein tiefer, stiller Friede
Ganz mich glücklich macht,
Sommermitternacht?

Quelle:
Reiseblätter
Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1854
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

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Mensch, Magen, Arme, Hirn, Mund, und eine Seele.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Was ist der Mensch? Ein Magen, zwei Arme, ein kleines Hirn und ein großer Mund, und eine Seele daß Gott erbarme! Was muß der Mensch? Muß schlafen und denken, muß essen und feilschen und Karren lenken, muß wuchern mit seinem halben Pfund. Muß beten und lieben und fluchen und hassen, muß hoffen und muß sein Glück verpassen und leiden wie ein geschundner Hund. Zum Meer hin ist ein kleiner Berg, auf dessen Spitze sich die Ruine einer Festung befindet. Außer in den Wintermonaten ist die Bucht sehr voll, so dass ein Besuch mit Hunden nicht empfohlen wird. Diese ist eine kleine runde Sandbucht, die auf der anderen Seite des Sees liegt, ebenfalls nur durch einen schmalen Landstreifen von diesem getrennt. Im Rahmen eines Stipendiums ihres Mannes Oleg lebte Olga mit dem gemeinsamen Sohn ein Jahr lang auf dem Schloss mit Liedermacher sowie die Schauspielerin und Sängerin. Das Zählen geschehe in der Sprache der Schulkindheit, Fluchen in der Sprache der Umgebung. Bildgewaltige Sätze wie ihr Herz stand ihr in der Kehle und versperrte den Atem illustrieren Martynovas meisterhafte Arbeit. In Deutschland wurde die Form von dem mit Baudelaires Werk gut vertrauten Detlev von Liliencron aufgegriffen, der 1883 Prosagedichte in Adjutantenritte und andere Gedichte veröffentlichte. Grimm) in ihrer Gestaltungsoffenheit in vielfältiger Weise intensiviert werden. Bei der Lyrik jedoch vertraut sie weiterhin auf ihre brotige, euterwarme Muttersprache, bei der Übertragung ins Deutsche arbeitet sie eng mit Elke zusammen. Wen gibt es unter uns, der nicht, in seinen ehrgeizigen Stunden, von dem Wunder einer poetischen Prosa geträumt hat, die musikalisch wäre ohne Rhythmus und ohne Reim, biegsam und eigenwillig genug, um sich den lyrischen Regungen der Seele, den Wellenbewegungen der Träumerei, den Erschütterungen des Bewusstseins anzupassen? Es ist hauptsächlich das Leben in den Riesenstädten, das Durcheinander ihrer zahllosen Beziehungen, das dieses quälende Ideal entstehen lässt. […]

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