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Das Geheimnis der Zaubereiche

Das Weiler unter der Eiche

In einem verschlafenen Weiler, wo die dunklen Zweige einer uralten Eiche stattlich in den Himmel ragen, gibt es ein Haus, das von längst vergangenen Tagen erzählt. Hier spuken Geister und die Erinnerungen vergangener Menschen wandeln durch die Räume. Das Rauschen des Blätterdachs füllt die Luft vor dem Haus, und der Wind erzählt Geschichten aus einer anderen Zeit. Dieses Haus steht in Gutenberg bei Halle, wo man sich in den zwölf Nächten des Jahres vor dem Spinnen hütete. Dann sagte man, dass in diesen Nächten Frau Harre kommt und die Fasern am Rocken zu Knoten verwickelt. In Pfützenthal nennt man sie Frau Harren, in Rothenburg und eineinhalb Meilen von Pfützenthal entfernt, Frau Harfe. Und in Näglitz, nur eine halbe Meile von Gutenberg entfernt, wird sie Frau Archen genannt.

deine dunkeln Zweige ragen in Cunnersdorf Geister wandeln durch dein ästig Haus 090

Die Legende von Frau Motte

In Löbejün, einem anderen malerischen Ort, fürchtet man eine andere Gestalt, es ist die Frau Motte. Man sagt, sie kommt und verdirbt das Garn, das in der Zwölften oder sogar im Verlauf der Fastnacht gesponnen wurde. Diese Legenden fügen sich nahtlos in die unheimliche Welt ein, die sich unter den Zweigen der alten Eiche ausbreitet.

Unter deinen Blumen auf der Flur im Wachwitzgrund wilden Bienen dient dein Holz zum Bau 185

Das Geheimnis der Eiche

Wie oft haben Menschen in ihrem Schatten gerastet, nach einem langen Tag der Arbeit, um sich von der Hitze des Sommers zu erholen? Die Hirten entzündeten hier ihr friedliches Feuer, indes junge Hirsche und Rehe aus dem Wald hervorsprangen und Lerchen freudig Lieder zwitscherten. Die Blumen blühten auf der Flur, derweil in der Ferne Kriegsgeschütze donnerten und feindliche Banner flatterten. Doch an den Sonntagen erklangen die frommen Glocken in der Nähe, und in dieser Oase der Ruhe schien der Krieg weit entfernt. Das Holz dieser Eiche wurde von wilden Bienen genutzt, um ihre Bienenstöcke zu bauen, und so lebte die Eiche im Einklang mit der Natur. Sturm und Blitz verschonten sie vor dem verhängnisvollen Streich des Beils, und so wurde sie zum Symbol der Beständigkeit und des Überlebens.

des Sonntags fromme Glocken im Wachwitzgrund bei des Sommers Schwüle 179

Ein Versprechen der Wiederkehr

Möge mein Segen diese alte Eiche umwehen, denn ich nehme Abschied in dem Wissen, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden. Wenn meine Lieder erklingen, wird dein dunkles Blätterrauschen in ihnen widerhallen. Unter deinen Blumen auf der Flur im Wachwitzgrund werden weiterhin die wilden Bienen ihre Heimat finden, und dein Holz wird weiterhin dazu dienen, goldigen Honig zu produzieren. Die Eiche, in ihrer stummen Majestät, wird immer ein Zeuge der Zeit bleiben, ein Hüter von Geheimnissen und Legenden. Und solange diese Welt sich verändert und die Jahre vergehen, wird sie hier stehen, unverändert und ewig. Das ist das Geheimnis der Zaubereiche. Es erinnert uns daran, dass die Wurzeln der Vergangenheit tief in unserer Vergangenheit verankert sind und uns die Hoffnung auf eine zauberhafte Wiederkehr in die Gegenwart schenken.

Mit einem verschmitzten Lächeln und den Wünschen,
dass Ihr Leben stets von märchenhaften Geschichten umhüllt sei,
Ihr Kartograf sächsischer Kuriositäten und globetrottender Geschichtenerzähler.

*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.

Quellenangaben:
Inspiriert von den Erinnerungen an eine alten Eiche im Wachwitzgrund.
Sagen, Märchen und Gebräuche aus Sachsen und Thüringen 1846, Frau Harre und Frau Motte
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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