EURO Agentur

Internet-Magazin

Die Schatten werden

Olivers Stimme wurde lauter und schneller. Warum langen sie nicht einfach mal richtig zu. Ist doch ihr Recht, das Beste und das Gute für sich zu nehmen. Haben sie sich doch […] Mehr lesen

Mehr lesen

Vereinigung beider

Rücksichtlich der einstigen Erbfolge in Koburg-Gotha bei der Kinderlosigkeit des Herzogs wurde dem vereinigten Landtage eine Vorlage gemacht, zufolge welcher laut einem bei der […] Mehr lesen

Mehr lesen

Dann sind wir am Ende

fremdes Haus geraten! Ich werde öffnen. Ja thue es, damit ich erfahre, woran ich mit dir bin! Ich schob die schweren Riegel zurück. Die Thüre ging nach außen auf. Wir […] Mehr lesen

Mehr lesen
Dresden Waldschlösschenbrücke Weltkulturerbe USA Brücke Brücke Asien

Internet-Magazin für Tourismus, Service, Handwerk, Handel, Industrie...

Einsamkeit, verlorene Zeit und unsichtbaren Spuren verborgener Dimensionen.

Das Protokoll der Stille dokumentiert was niemand hören will.

Elsas Finger zitterten über Seite 1.143 des Ledertagebuchs, als sie die Morgenmessungen notierte. Der Sekundenzeiger ihrer Junghans-Uhr blieb heute exakt 43 Sekunden länger zwischen 7:16 und 7:17 hängen als gestern. Ein neuer Rekord. Sie beobachtete, wie der Sonnenfleck über Walters ehemaligem Sessel eine perfekte Raute formte – seit 17 Tagen unveränderlich, obwohl die Wintersonne eigentlich täglich anders stehen müsste. Staubkörner tanzten darin wie gefangene Sternschnuppen. Als sie die Temperatur des unberührten Teekessels maß (19,3°C, wie jeden Dienstag), entdeckte sie winzige Risse im Porzellan, die ein Muster bildeten: die Konturen von Walters Hand, wie sie einst die Tasse umschlossen hatte.

Die Geometrie der Leere vermisst unsichtbare Grenzen.

23 Schritte vom Eichenschrank zur Balkontür. 14 vom Kachelofen zum erkalteten Samowar. 7 vom Esstisch zur Stelle, wo der Parkettboden unter Walters Stuhl immer noch tiefer eingesunken war. Doch heute zählte Elsa 24 Schritte. Sie blieb stehen, atmete ein, zählte erneut. Wieder 24. Die Wohnung hatte sich über Nacht um genau 87 Zentimeter vergrößert. An der Wand hinter dem Bücherregal klaffte nun ein Riss in Form einer aufgerissenen Lippe. Als sie ihn vorsichtig berührte, spürte sie einen Hauch warmer Luft – und etwas, das sich anfühlte wie ein leises, fremdes Ausatmen.

Die dreizehnte Stunde schlägt nur für Auserwählte.

Der erste Gongschlag der Wanduhr traf Elsa wie ein Stromschlag. Dreizehn Mal hallte es durch die Wohnung, während der Teelöffel in ihrer Hand erstarrte. Vor ihren Augen kehrte der Honigtropfen in den Glasbehälter zurück, zog seinen goldenen Faden wie eine winzige, sich selbst aufrollende Schriftrolle. Durch das Westfenster fiel ein Lichtstrahl, der paradoxerweise keine Schatten warf. Stattdessen malte er Buchstaben an die Tapete: „Wer zählt, verliert". Die Tinte, nein, es war kein Tinte, sondern flüssiger Schatten, tropfte nach oben, zurück in den unsichtbaren Federhalter.

Das Archiv der verlorenen Geräusche sammelt was keiner vermisst.

Elsas Sammlung umfasste 1.172 dokumentierte Klangphänomene:
Das präzise Knacken der dritten Diele von rechts um 15:33 Uhr (seit dem 17. Mai verstummt)
Das surrende F des Kühlschranks (erloschen mit Walters letztem Atemzug)
Das imaginäre Klappern von Teetassen (nur noch dienstags zwischen 9 und 10 Uhr) Doch heute hörte sie etwas Neues: ein rhythmisches Kratzen hinter der Küchenwand. Als sie ihr Stethoskop ansetzte, erkannte sie Walters charakteristisches Husten – nicht die Krankheitsversion, sondern sein nervöses Räuspern beim Zeitungslesen. Genau 17 Huster pro Minute, wie immer vor wichtigen Nachrichten.

Die Sonnenuhr der Toten zeigt verbotene Zeiten.

Der Lichtfleck ignorierte heute alle physikalischen Gesetze. Statt nach Osten zu wandern, blieb er über Walters Sessel stehen und formte dort vier Ziffern: 5-2-7-9. Elsas Herzschlag synchronisierte sich unvermittelt mit dem stockenden Ticken der Uhr. Nachdem sie näher trat, erkannte sie, dass die Staubpartikel in der Luft ein Relief ihres eigenen Gesichts formten, aber 20 Jahre jünger, mit Walters Lieblingsspange im Haar. Die Temperatur fiel auf exakt 12,7°C, den Wert, den das Thermometer damals, am Tag seiner Beerdigung, gezeigt hatte.

Die Bibliothek der vergessenen Wörter spricht in Geheimschriften.

Im hintersten Bücherregal fand Elsa auf einmal einen Band, den sie nie gekauft hatte: „Chronostasis" von W. Mertens. Die Seiten waren mit Walters Handschrift gefüllt, doch die Tinte verblasste beim Lesen. Eine Passage brannte sich vor allem ein: „Zeit ist nur Einsamkeit in Bewegung. Wer sie anhält, findet die Türen." Sobald sie aufblickte, bemerkte sie, dass alle Uhren in der Wohnung stehengeblieben waren, bis auf die Küchenuhr, die rückwärts lief und mit jedem Tick leiser wurde.

Das letzte Protokoll schreibt sich selbst zu Ende.

Elsas Bleistift zersplitterte über der finalen Eintragung: „Tag 1.173. Die Wohnung hat mich eingeholt. Die Stille wiegt 428 Gramm. Die Wanduhr zeigt –" Der Rest verwandelte sich in eine sich selbst verzehrende Zahlenkaskade. Die Tapeten fingen an sich abzurollen, enthüllten darunter alte Schichten mit fremden, aber vertrauten Mustern. Der Teekessel pfiff ohne Feuer, ein Ton, den sie seit drei Jahren nicht gehört hatte. An irgendeinem Ort fiel eine Tür ins Schloss.

Die Untermieterin erbt was nicht ihr gehört.

Frau Keller wunderte sich über die eigenartigen Besonderheiten der Altbauwohnung. Die Junghans-Uhr im Flur stockte täglich um 7:17 Uhr. Manchmal, wenn die Abendsonne die Tapete traf, glaubte sie zwei Schatten am Tisch zu sehen, einen sitzend mit geöffneter Zeitung, einen stehend mit Teekanne. Einmal fand sie ein offenes Buch mit der handschriftlichen Notiz: „Wenn Räume Erinnerungen speichern, sind wir dann ihre Lesezeichen?" Nachdem sie es zuklappte, roch es unvermittelt nach Earl Grey und Tabak.

Die Hausverwaltung verwaltet das Unerklärliche.

Herr Böttcher schüttelte den Kopf über den merkwürdigen Mietvertrag. Punkt 17 besagte: „Die Wanduhr darf nicht neu aufgezogen werden." Im Übergabeprotokoll stand unter „Besonderheiten": „Wohnung atmet. 23 Schritte von A nach B. Nicht zählen." Wie er die Küchenuhr stellen wollte, begann sie mit einem Mal rückwärts zu laufen, und aus dem Rauchfang kroch der Duft von frisch gebackenen Zimtplätzchen.


Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen aus dem Reich der rückwärts laufenden Uhren und sprechenden Tapeten verbleibt,
Ihr Chronist der verlorenen Zeit und Erzähler zwischen Realität und Erinnerung.

uwR5


*Der aufmerksame Leser möge verzeihen, dass nicht jede verstellte Uhr, jeder knisternde Riss in der Tapete oder jedes Phantom-Geräusch genau benannt wird. Diese Wohnung hat ihre eigenen Gesetze, und wer weiß schon, welche Verträge sie mit der Zeit geschlossen hat?

Quellenangaben:
Inspiriert von einer Wanduhr mit einem eigenen Rhythmus.
Die Psychologie der Räume
Einsamkeit in der Gegenwartsliteratur
Die Psychologie der Zeitwahrnehmung
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

 

Internet-Magazin für Informationen + Service

Wenn das Echo der

In den nebelverhangenen Senken eines Reiches, mit gerösteter Schwere und einer fast vergessenen Verheißung von Duft, liegt eine Wahrheit begraben, die älter ist als die ersten mehr lesen >>>

Nacht des Schreckens, junge

Die Nacht im Rosengarten begann so unschuldig und friedlich, doch was dann folgte, war ein Schrecken, der die Bewohner von Dresdens Neustadt noch lange verfolgen wird. Zwei mehr lesen >>>

Das Grollen der zweihundert

Dresden im Februar 2017 ist kein Ort der Postkartenidylle, sondern Schauplatz einer mystischer Metamorphose. Ein grauer, klammer Schleier liegt über den Gleisen von mehr lesen >>>

Stahl bricht sein Schweigen

In den grauen Stunden vor dem ersten Atemzug der Stadt, wenn der Nebel der Elbe wie ein Leichentuch über dem kalten Beton verweilt, beginnt eine mehr lesen >>>

Die flüsternde Magie unter

Wenn purpurnes Licht der gehenden Sonne die schroffen Zinnen des Erzgebirges küsst, erwacht eine Welt, die sich tagsüber hinter dem Schleier des mehr lesen >>>

Landkarten vom Ende der Welt

Das unsichtbare Gitterwerk der Wirklichkeit offenbart sich nur dem der bereit ist den Blick vom sicheren Boden abzuwenden. In einer Welt mehr lesen >>>

Wenn das Echo der Hufe die

Ein Hauch von Ozon mischt sich unter den metallischen Geruch von Rost und Verfall, während das vertraute Stadtbild Berlins im mehr lesen >>>

Vergilbten Seekarten und

Stellen Sie sich vor, von den Piraten schon etwas entfernt, bemerkte ich mit meinem Fernrohr mehrere Inseln im mehr lesen >>>

Kohleschaufeln im tiefen

Wenn der dichte Nebel des Stroms die Konturen der Wirklichkeit verschlingt, beginnt eine Reise, die mehr lesen >>>

Wenn das Rattern der Räder

Die stickige Luft eines nächtlichen Bahnhofs bildet den Auftakt für ein Wagnis, das auf keiner mehr lesen >>>

Reisehinweise nach Venedig im

Ein Wohnzimmer in Sachsen ist Startpunkt für eine Reise, die weit über das bloße mehr lesen >>>

das Schicksal tanzt an

Die Dämmerung kriecht wie ein hungriges Tier über die staubigen Narben der mehr lesen >>>

Die digitale Welt verstummt

Die graue Unendlichkeit des Ozeans atmet in einem Takt, der nichts mehr lesen >>>

Das Gespenst ruft mit

Wenn der Sandstein spricht und das Metall der Moderne das mehr lesen >>>

Das wispernde Vermächtnis

Die schwereKühle der Seeluft, fernes Grollen mehr lesen >>>

Das unsichtbare Netz unter

Die Welt atmet heute in einem mehr lesen >>>

Grenzen der Vernunft

Der Atem des Ödlands mehr lesen >>>

Rauch, Schatten und Schweigen

Der Wald atmet mehr lesen >>>

Das Meer verschluckt die

Die mehr lesen >>>


Nutze die Zeit und beginne den Tag mit einem Lächeln.

Materieller Fortschritt im Obgleich sich in Hinsicht auf den materiellen Fortschritt kaum ein Land mit Sachsen messen konnte, denn binnen 17 Jahren war die Ablösung der Grundlasten bewirkt und über 10 Mill. auf […]
Der Mensch im Blog, Ergänzen Sie die Internetseite um eine Blogfunktion, können hierbei auch automatisierte Prozesse in Gang gesetzt werden. Durch die Verknüpfung des Blogs mit den SocialMedia-Portalen wie […]
Ostseebad Baabe Kurort Stahl und Stein, ich segne dich. Ich sah die Träne im Ostseewind stehn, Stein und Stahl im Auge, das du bittend zu mir hobst. Ich segne dich. Baaber Musiksommer ich sah dich in dich gehn […]

Informationen und der Tag beginnt, der Nebel vergeht, die Sonne erscheint Vivat et crescat gens Knesebeckiana in aeternum - Karl Friedrich von dem Knesebeck

Vivat et crescat

Karwe liegt am Ostufer des Ruppiner Sees, und ein Wustrauer Fischer fährt uns in einer halben Stunde hinüber. Ein besonderer Schmuck des Sees an dieser Stelle ist sein dichter Schilfgürtel, der namentlich […]

Informationen und der Tag beginnt, der Nebel vergeht, die Sonne erscheint Sachsen Geschichte Schlacht bei Mühlberg

Sachsen

III. Von der Ländertheilung 1485 bis zur Schlacht bei Mühlberg 1547. In der Theilung zu Leipzig am 28. Aug. 1485 wurden die Länder in zwei Portionen getheilt; auf die eine kam Meißen, auf die andere […]

Informationen und der Tag beginnt, der Nebel vergeht, die Sonne erscheint Flocken bei Nacht

Flocken bei

Die Heimfahrt beinahe vergangen, nachdenkliches reisen was ich anschaue, hörst weit in unheimlichen Bereich, leb ich meinerseits ganz bestimmt in dem Wunschtraum, so unerfindlich unbegrenzt. Gedankenvoll, […]